Mirna Funk ist genervt von den Debatten um Geschlechterungleichheit, Care-Arbeit und Vereinbarkeit. Selbstbestimmte, eigenständige Frauen warten nicht darauf, dass jemand gesellschaftliche Strukturen für sie ändert, stilisieren sich nicht zu Opfern des Patriarchats. Sie ziehen es durch und handeln! Mit diesem Statement will Mirna Funk allen Frauen Mut machen, ihre längst existierende Freiheit auch wirklich zu leben. Und geht mit gutem Beispiel voran. Ihre jüdische Identität und ihre ostdeutsche Herkunft haben ihr ein Frauenbild mitgegeben, das sich von dem des aktuellen Mainstream-Feminismus radikal unterscheidet. Denn sie glaubt an die Kraft der Selbstwirksamkeit.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 05.07.2022
Zumindest eines nimmt Rezensentin Miryam Schellbach aus Mirna Funks Plädoyer für Frauen mit: Hört auf zu jammern und packt an. Funk hat es immerhin vorgemacht, von der "kiffenden Schulschwänzerin" aus dem Osten hat sie es zur Journalistin und Schriftstellerin gebracht. Entsprechend haut sie der Kritikerin in bester Thread-Manier Ratschläge zur Befreiung und zur Selbstermächtigung um die Ohren - und pfeift auch wissenschaftliche Debatten zu Themen wie Genderpay-Gap oder Ehegattensplitting. Letzteres will Schellbach der Autorin nicht mal vorwerfen, so ist das Buch nun mal nicht angelegt, meint sie. Über Intersektionalität oder Ökonomie hätte sie allerdings schon gern etwas erfahren. Unterhaltsam ist das Buch durchaus, für Frauen wird der "German Dream" aber wohl ein Wunschtraum bleiben, schließt sie.
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