Befindet sich Deutschland tatsächlich auf dem Weg in die "Single-Gesellschaft"? Sind Online-Beziehungen "normalen" Beziehungen unterlegen? Hat der Feminismus die Frauen trotz aller Errungenschaften unglücklicher gemacht? Fördern Kinder tatsächlich die Lebenszufriedenheit der Eltern, und was hat die Liebe damit zu tun, dass Arm und Reich in Deutschland immer weiter auseinanderdriften? Entlang solcher Fragen konfrontiert Rüdiger Peuckert Alltagsmythen aus dem Bereich Paarbeziehung, Familie, Geschlechterverhältnis und Sexualität mit den Ergebnissen nationaler und internationaler empirischer Studien. Treibende Kraft hinter dem Wandel von Partnerschaft, Ehe und Familie ist die veränderte Rolle der Frau. Junge Frauen befinden sich heute in einer widersprüchlichen Situation, denn den typischen weiblichen Lebensentwurf gibt es nicht mehr. Zwar betonen Frauen heute verstärkt ihre Freiheit und Unabhängigkeit, sie können sich aber nicht von den traditionellen Rollenvorstellungen lösen. Doch auch die Männer sind von diesem Wandel betroffen - wie sie angesichts ihrer bedrohten Männlichkeit reagieren, ist ebenfalls Thema dieses Buchs.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.05.2015
Auch wenn sich Rüdiger Peuckerts Studie vor allem an ein Fachpublikum wendet, freut sich Leander Steinkopf über diese nüchterne Betrachtung des viel diskutierten Themas. Und so liest der Kritiker interessiert, dass der Aufstieg der Frauen in den westlichen Industrienationen insbesondere den Männern zu Gute gekommen sei, sich zugleich aber die Sensibilität für verbliebene Ungleichheiten erhöht habe. Des Weiteren erfährt Steinkopf etwa, dass einer Studie zufolge Männer von besser verdienenden Frauen häufiger zu Viagra greifen. Auch wenn der Autor interessante Fakten liefert, etwa über die Vereinzelung in der Gesellschaft, muss der Rezensent leider feststellen, dass nicht alle Zahlen und Fakten wissenschaftlichen Standards entsprechen, und so bleibt der Kritiker mit ungeklärten Fragen zurück.
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