Der junge Fordt lebt in Hamburg auf einem ausgebauten Fährboot. Im Fährhaus residiert sein selbstherrlicher Vater, der als Erfinder vom Honorar für eine Patent-Schiffsschraube lebt. Auf dem Nachbarboot wohnt ihr Leibarzt Seeler. Ein schwankender Männerhaushalt mit Flußblick Doch eine fehlt im Elb-Idyll - die Mutter ist nach Italien abgehauen, als sie ihren herrischen Gatten nicht mehr ertragen konnte. Nun wird der Junior ausgesandt, seine Mutter heimzuführen Mirko Bonné erzählt die Geschichte seines Helden wie einen Ritterroman.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 23.03.2000
Martin Krumbholz betrachtet das Roman-Debut des bisher als Übersetzer und Lyriker bekannten Autors zunächst mit Wohlwollen. Ihm gefällt die "Lust an der erzählerischen Finte"; sein Übermut, sein Sprachwitz erweist sich als eine "erstaunliche Talentprobe", die am Ende trotzdem schief geht. Denn irgendwann ist Krumbholz den Übermut über, nerven ihn der ständige Perspektivenwechsel, die überkonstruierte Geschichte, die bemühte Rätselhaftigkeit, die Finte, die am Ende ins Leere geht. "Die Phantasie erlahmt nach und nach", schreibt der Rezensent. Sein Urteil: Auf die Dauer ermüdend.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.11.1999
Einen Roman in der Tradition des deutschen Bildungsromans nennt Thomas Wirtz das Buch in seiner recht ungnädigen Kritik. Bonné leide unter einer "Inkontinenz des Gedankens", allzu verschwafelt findet Wirtz zumal die späteren Teile des "jungen Fordt". Besonders auf die Nerven geht ihm die Reise des Helden vom Hausboot des Erfinder-Vaters zur Mutter in Italien. Da gehe die Form des Romans endgültig den Bach runter.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 12.10.1999
Äusserst angetan zeigt sich Dorothea Dieckmann von diesem "(t)rotzig-lakonischen und grimmig charmanten Abenteurerbericht" Bonnés. Dabei weiss sie nicht nur der Geschichte selbst etwas abzugewinnen, sondern vor allem auch Bonnés kompliziert gesponnenem Netz von Wortanalogien und Querverweisen. Namen, deren Buchstabenkombinationen eine tiefere Bedeutung haben, Farben, Gesten: All dies scheine in Bonnés Verweisstruktur eine orakelnde Rolle zu spielen bei der Suche nach einer Antwort auf die ewige Frage "Wer bin ich?". Allerdings meint die Rezensentin, dass sich dem Leser manches in diesem Roman erst nach und nach erschliesst, so dass "Der junge Fordt" ein Buch ist, das man gut ein zweites Mal lesen könne, ja das es geradezu dazu herausfordere.
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