Im Sommer 1943 wurden weite Teile Hamburgs durch Luftangriffe zerstört. Ein Feuersturm tötete Zehntausende Menschen und vernichtete ganze Stadtgebiete. Viele Architekten und Städtebauer trauerten jedoch weder in Hamburg noch anderswo: "So kalt und berechnend, so verständnislos, soviel Schmerz und Kummer bereitend die Vorstellung auch sein mag, der Städtebauer möge es sagen dürfen, dieses Werk der Zerstörung wird Segen wirken." Äußerungen wie diese waren damals Allgemeingut einer ganzen Generation von ihnen. Sie begriffen die Zerstörung als einzigartige Chance, den "steinernen Moloch Großstadt" zu überwinden.Der Kunsthistoriker Jörn Düwel (geboren 1965 in Rostock) und der Architekt und Bauhistoriker Niels Gutschow (geboren 1941 in Hamburg) beleuchten in ihrem Buch den Zusammenhang von Zerstörung und Städtebau und erhellen so am Beispiel Hamburgs eine wenig beachtete, ja oft beschwiegene Stadtbaugeschichte.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 03.12.2008
Gert Kähler ist enttäuscht. Zwar findet er den von Jörn Düwel und Niels Gutschow herausgegebenen Band hervorragend gemacht, auch hinsichtlich Druck, Abbildungen, Pläne. Und die biblischen Ausmaße des "Unternehmens Gomorrha" werden ihm angesichts des Kartenmaterials erst so richtig bewusst. An neuen Erkenntnissen jedoch bietet ihm das Buch wenig. Den beiden im Zentrum stehenden Dokumenten, einem flapsigen Zeitzeugenbericht und einer Sammlung von Fassadenfotos ausgebrannter Hamburger Häuser, gesteht Kähler eine gewisse Aussagekraft zu, auch wenn ihm die Auffassung architektonischer Zerstörung als Chance nicht neu ist. Den Untertitel rechtfertigt die Anlage des Bandes nach Ansicht des Rezensenten jedenfalls nicht.
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