Miguel de Cervantes Saavedra

Leben und Taten des scharfsinnigen Edlen Don Quixote von la Mancha

Zwei Bände
Cover: Leben und Taten des scharfsinnigen Edlen Don Quixote von la Mancha
Faber und Faber, Leipzig 2004
ISBN 9783936618266
Gebunden, 1148 Seiten, 65,00 EUR

Klappentext

In der Übersetzung von Ludwig Tieck. MIt 140 Illustrationen von Sighard Gille. In der Weltliteratur ist kaum eine andere Figur so lebendig geblieben wie die von Don Quixote de la Mancha, dem Ritter von der traurigen Gestalt. Erfunden hat sie der selbst durch viele Lebensumstände gebeutelte, aus niederem Adel stammende und offenbar hochgebildete Miguel de Cervantes Saavedra. 1597, nach vielen Querelen, Niederlagen und Rückschlägen im Gefängnis zu Sevilla sitzend, hatte er mit der Niederschrift begonnen und für sich beschlossen, die Wirklichkeit nicht mehr ernst zu nehmen. Was er auch unternommen hatte, es war kläglich geendet, aus aller Abenteuerlust und Gier nach Ruhm war er als Verlierer zurückgekehrt. Cervantes meinte, daß weder gute Ideale noch beste Vorsätze in keiner Gesellschaft etwas taugen. So blieben ihm nur Ironie und Parodie, um die Zustände zu schildern, und so ließ er seinen "tapferen und edlen" Ritter in die Welt hinausreiten, sich Beulen holen, gegen Windmühlen kämpfen, den Huren das Eheglück und den Banditen den Ehrenkodex lehren. Doch seine Lanze der Phantasie und Redlichkeit zerbrach am harten Panzer der Wirklichkeit. Was uns lachen und schmunzeln macht, ist die Erkenntnis vom eigenen Dilemma, das jeder auf eigene Weise zu meistern hat.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.01.2005

Die Übersetzung von Ludwig Tieck ist bekannt, es geht hier also um die neue Bebilderung des Don Quixote durch den Leipziger Maler und Heise- Schüler Sighard Gille. Und die bucht Anita Boomgaarden als interessanten Versuch ohne großen künstlerischen Gewinn ab. Gilles Bilder sind sehr "impulsiv" und von "expressiver Farbigkeit", schreibt sie; die besten zeichnen sich durch große "Realitätsnähe in der Gestik und Mimik" aus, die schlechtesten - vor allem die der Nebenfiguren - wirken "grob und hingeschludert". Ein Versuch, den Don Quichotte bildlich herauszustellen? "Die fratzenhaften Gesichter sollen wohl grobschlächtige Bauern und Huren des 16. Jahrhunderts darstellen", vermutet die Rezensentin. "Oder hat der Künstler nur versucht, nicht in naive Malerei zu verfallen?" Für sie steht jedenfalls fest: Die konventionelle, an Velazquez und Goya geschulte Malweise von Gille reicht nicht für einen originellen Ansatz, der dem großen Werk gerecht wird.
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