Woher kommt die neue Begeisterung für die lateinamerikanische Küche? Peruanische Köche sind preisgekrönt und gefeiert, und die mexikanische Küche wurde zum Weltkulturerbe erklärt. Dabei sind viele der Zutaten, die aus Übersee kommen, längst gebräuchlich bei uns, nicht nur Kartoffel und Tomate, auch Avocado, Chilischote und Kakaobohne.Michi Strausfeld, die große Kennerin der lateinamerikanischen Literatur und Kultur, ist auch eine leidenschaftliche Gourmandise. Mit Vergnügen erzählt sie die Geschichte von der europäischen Entdeckung eines kulinarischen Kontinents - immerhin wollte Kolumbus eigentlich einen neuen Weg für den Gewürztransport erschließen - und den unglaublichen Fusionen, die seitdem stattgefunden haben: von der gegenseitigen Befruchtung indigener Esskultur und der kolonialen Küche während der 300-jährigen Fremdherrschaft, der Entstehung von Nationalgerichten wie "Chiles en nogada" oder "Feijoada", von den Beigaben aus Europa, China und Afrika. Sie befragt Autoren, Kulturwissenschaftler und Küchenchefs und zeigt, wie selbstbewusst die jungen Köche und immer mehr Köchinnen aus Lateinamerika heute auftreten. Mit vielen Rezepten der aus Brasilien stammenden Fernsehköchin Sabine Hueck.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 22.04.2023
Rezensent Hans Gasser lässt sich von der Lateinamerika-Kennerin Michi Strausfeld gern durch die kulinarische Geschichte des Kontinents führen. Wie sich in Mexiko mittelamerikanische, asiatische und europäischen Küchen kreuzten, schildert ihm Strausfeld erhellend und sinnlich, ohne die Gewaltsamkeit dieser erzwungenen Verbindung zu verleugnen, wie Gasser versichert. Sehr gut gefallen ihm auch die traditionellen Rezepte, die die aus Brasilien stammende Köchin Sabine Hueck beisteuert. Nicht nur bei den berühmten Chiles en Nogada (Paprikaschoten gefüllt mit Walnuss und Granatapfel) läuft ihm das Wasser im Munde zusammen, sondern auch beim aztekischen Pozole, einem Eintopf aus weißem Mais und Schweinefleisch.
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