Michal Zamir

Das Mädchenschiff

Roman
Cover: Das Mädchenschiff
Marebuchverlag, Hamburg 2007
ISBN 9783866480650
Gebunden, 220 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Aus dem Hebräischen von Ruth Achlama. Eine junge Israelin tritt ihren Wehrdienst auf einem Fortbildungsstützpunkt für höhere Offiziere an. Die Kaserne gleicht einem Schiff, das die Mädchen für zwei Jahre auf ein fremdes Meer entführt. Träume von Karriere, Liebe und Familie sind an der Gangway abzugeben, denn in den Waffenkammern, Schreibstuben und Schlafsälen sind die jungen Rekrutinnen den Offizieren schutzlos ausgeliefert.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 16.02.2008

Michal Zamirs Roman um den Wehrdienst einer jungen Israelin hat Rezensent Uwe Stolzmann nicht so ganz überzeugt. Im Mittelpunkt sieht er die Ich-Erzählerin Michelle, die Dienst an einer militärischen Hochschule schiebt, wo sie den Zudringlichkeiten ältlicher Generäle ausgesetzt ist, denen sie sich letztlich stets fügt, mit der Folge, dass sie immer wieder schwanger wird und abtreiben lässt. Die Geschichte bleibt für Stolzmann sowohl inhaltlich als auch sprachlich und psychologisch "blass". Weshalb Michelle nie Nein sagt, wird für ihn nicht wirklich plausibel. Und mit der israelischen Armee hat das Buch in seinen Augen auch nicht wirklich viel zu tun.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.12.2007

Langweilig wurde ihr die Lektüre nicht, der Rezensentin Julia Bähr. Die Abgestumpftheit der Erzählerin, wenn sie aus dem absurden Alltag einer Armeehochschule für Frauen berichtet, verdeckt den Abgrund, der sich vor den Augen der Rezensentin öffnet, nur notdürftig. Obgleich der Roman nicht autobiografisch ist, findet Bähr ihn "überzeugend erzählt". Auch deshalb, weil Michal Zamir die "sich anbietende Ironie" meidet und ihre "mal kurz angebundene, mal poetische" Sprache den Wechsel zwischen Brutalität und Romantik widerspiegelt, dem die jungen Frauen in der von Männern geleiteten Akademie ausgesetzt sind. So wird daraus die "entschlossene Anklage gegen das Militär", die Bähr gelesen hat.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 06.10.2007

Wohlwollend, neugrierig aber letztlich doch enttäuscht hat Rezensentin Ines Kappert diesen israelischen Roman gelesen, dessen Autorin ihrer Beschreibung zufolge zwar einerseits ein recht schonungs- und tabuloses Bild israelischer Frauen im Armeealter zeichnet, hierbei aber dann über die "traurige Bestandsaufnahme" aber leider nicht hinaus komme. Anhand von drei Achtzehnjährigen beschreibe sie Konzepte von Weiblichkeit im Israel von heute, die zwar nach außen libertär, in Wahrheit aber immer noch am männlichen Begehren orientiert seien, am Warenfetisch und einem konsumorientierten Lustprinzip. Gern hätte die Rezensentin dann nicht nur von den physischen Folgen (fünf Ausschabungen) gelesen. Auch die etwas plakative Sprache findet sie nur bedingt erkenntnisfördernd. Letztlich sei der Roman nur in der Geste kritisch, tatsächlich jedoch affirmativ, da er nach wie vor beim "Signifikanten Mann" enden würde.
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