"Ich lebe ein gefährliches Leben. Jetzt bin ich hier. Im nächsten Moment kann ich ganz woanders sein. Ein Schritt nur. Das hat mit den Türen zu tun." Heiner Boie, genannt "Lazyboy", geht durch Türen. Doch im Gegensatz zu anderen Leuten bringen sie ihn manchmal nicht in den angrenzenden Raum, sondern ganz woanders hin: Mal an ihm wohlbekannte Orte, mal an Plätze, die er nie zuvor gesehen hat. Zwar kann er das Ganze nicht kontrollieren und fühlt sich eher als Anti-Superheld, findet aber Gefallen an seinen Fähigkeiten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.12.2012
Dass der Autor hauptberuflich Psychologe ist, merkt Kirsten Voigt dem Roman an, den sie übrigens hochkomisch findet und parabolisch lehrreich dazu. Der Held scheint ihr sympathisch genug, obwohl er tatsächlich ein echter Verantwortungsverweigerer zu sein scheint. Ob er auch einen Knall hat, vermag Voigt nicht zu sagen, möglicherweise ist es auch die Realität, mit der etwas nicht stimmt in diesem Buch. Immerhin gelangt der Held in eine Parallelwelt, die ein bisschen aussieht, wie das Gehirn seiner komatösen Freundin. Spannend findet Voigt das allemal, bildwuchtig auch, und es rührt sogar an Grunderfahrungen unseres Seins, staunt die Rezensentin.
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