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Michael Pollan

Verändere dein Bewusstsein

Was uns die neue Psychedelik-Forschung über Sucht, Depression, Todesfurcht und Transzendenz lehrt
Cover: Verändere dein Bewusstsein
Antje Kunstmann Verlag, München 2019
ISBN 9783956142888
Gebunden, 450 Seiten, 26,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Thomas Gunkel. Verändere dein Bewusstsein ist die Erkundung der neuen Forschung zu Psychedelika wie LSD und Psilocybin, in der die 'neurale Korrellation' von mystischer und spiritueller Erfahrung und die Mechanismen von weit verbreiteten mentalen Krankheiten wie Depression, Sucht und Obsessionen untersucht werden. Und ein großartiger Reisebericht von der Geschichte und der Wirkung psychedelischer Substanzen. In den 50er und 60er Jahren wurden psychedelische Substanzen von Psychiatern als Wundermittel betrachtet, mit denen man psychische Erkrankungen beeinflussen und behandeln konnte. Als aber LSD und Psilocybin "aus dem Labor entkamen" und von der Gegenkultur vereinnahmt wurden, lösten sie moralische Panik und einen backlash aus. Das führte Anfang der 70er Jahre dazu, dass Psychedelika verboten wurden und die Forschung eingestellt wurde.
Seit zehn Jahren wird dank engagierter Wissenschaftler, Aktivisten und Psychonauten wieder geforscht. Diese Forschung verändert unser Verständnis der Zusammenhänge zwischen dem Gehirn und dem Bewusstsein. Wissenschaftler beginnen, die "neurale Korrelation" von mystischer und spiritueller Erfahrung zu identifizieren und die Mechanismen, die bei so weit verbreiteten mentalen Erkrankungen wie Depressionen, Angstneurosen, Sucht und Obsessionen, aber auch bei ganz gewöhnlichem Unglücklichsein wirksam sind, besser zu verstehen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.03.2019

Helmut Mayer lässt sich auf einen Trip ein mit Michael Pollan. Die Erzählung von LSD und Psilocybin, die der Autor anstimmt, kann Mayer zufolge zwar nicht wirklich etwas lehren, höchstens Vermutungen wiedergeben, aufschlussreich findet Mayer dennoch, was der US-Journalist rückblickend über das Aufkommen der Halluzinogene in den 50ern und 60ern schreibt und was er zu den jüngeren Versuchen zu sagen hat, sie als Therapeutika hoffähig zu machen. Naturgeschichtliches, Akteure von Huxley bis Leary und eigene Erfahrungen vermittelt Pollan laut Rezensent mit der gebotenen Neugier und Sachlichkeit sowie mit gut recherchierten Daten und sprachlicher Balance. Legitim erscheint Mayer schließlich das Eintreten des Autors für einen leichteren legalen Zugang zu den Substanzen.
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Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 21.02.2019

In der Debatte und Literatur über bewusstseinserweiternde Drogen gibt es die unvermeidliche Tendenz entweder zur Verherrlichung oder zur Dämonisierung, weiß Michael Lange. Umso mehr freut er sich, dass sich der Journalist Michael Pollan in "Verändere dein Bewusstsein" dieses Themas mit unideologischer Nüchternheit annimmt. Von der Entdeckung des LSD durch den Schweizer Chemiker Albert Hofmann liest der Rezensent da, von Timothy Leary, der als Harvard-Forscher begann und als Hippie-Guru endete, aber auch von modernen wissenschaftlichen Analysen, die die Wirkung von LSD weniger in einer Veränderung der Wahrnehmung als des Ich-Bewusstseins verorten. Schließlich unternimmt Pollan sogar noch medizinisch angeleitete Selbstversuche, und auch wenn er dabei keine Erleuchtung erlebt, bietet sein Buch Lange doch "gleichermaßen Erkenntnis und Lesegenuss".