1 CD, 70 Minuten Laufzeit. Mit Albert Hofmann kommt ein Chemiker von Rang und zugleich unfreiwilliger Erfinder, ein Demiurg wider Willen, ein verzauberter Zauberer zu Wort, der eine Substanz in die Welt entlassen hat, von der nicht wenige glauben, dass man durch ihre Hilfe "Gott selbst" in sich wachrufen und sprechen lassen könnte: LSD. Kein anderer Stoff hat einer ganzen Generation so sehr die Augen geöffnet, für die Ekstase und für das Entsetzen, welche den Menschen treffen können, urplötzlich und unvermittelt, aus einem heiteren und wolkenlosen Himmel...
Vor rund 65 Jahren hat der "fidele" Schweizer Chemiker Albert Hofmann LSD zum ersten mal synthetisiert, fünf Jahre später in einem Selbstversuch "eher zufällig entdeckt", welch "potente Droge" er da geschaffen hat, lässt uns der gut informierte Rezensent Detlef Kuhlbrodt wissen. Dieser 60. Jahrestag der Erstbenutzung war dem Kölner Suppose Verlag Anlass genug, eine CD mit 20 Passagen aus Lesungen, Diskussionsbeiträgen, Interviews und Vorträgen des "nimmermüden Erfinders" herauszugeben. Zurecht, findet Kuhlbrodt ob dieser "romantischen Lebensgeschichte". Die Wortwahl Hofmanns komme in den Beiträgen, die allesamt zwischen 1992 und 1997 entstanden sind, "naturgemäß etwas altertümlich her", bemerkt der Rezensent noch und verrät uns sein persönliches Highlight der CD: Hofmann berichtet von einem Trip "auf die Fahrt in den 'Weltraum der Seele'", den er zusammen mit Rudolf Gelpke und Ernst Jünger unternommen hat, während die Frau in der Küche Linsen mit Spätzle zubereitete.
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