Aus dem Amerikanischen von Malte Krutzsch. Bill Clegg hatte alles: eine aufstrebende Literaturagentur - er ist der Entdecker solch renommierter Autoren wie Nicole Krauss und Andrew Sean Greer -, einen wunderbaren Lebensgefährten, Anerkennung und Erfolg. Aber alles, was er wollte, war Crack. Er war gerade dreißig, als er plötzlich nicht mehr in seinem Büro auftaucht, und niemand wusste, wo er ist. Was folgt, ist eine Zeit voller Drogen, Sex und Zerstörung, eine Zeit, in der Clegg 70.000 Dollar dafür ausgibt, sein Leben kaputtzumachen. Erschütternd brutal und literarisch tiefgründig erzählt Bill Clegg von einem Horrortrip, dem er auf fast unerklärliche Weise doch noch entkommen konnte.
Alexander Wallasch hat ein gewaltiges Problem mit Bill Cleggs Autobiografie, in der der amerikanische Literaturagent seine Crack-Sucht aufarbeitet. Dass nun ein homosexueller Vertreter der amerikanischen Upperclass in Umkehrung des American Dream seinen Abstieg in die Niederungen der Drogensucht geradezu zelebriert, geht dem Rezensenten irgendwie gegen den Strich, nicht nur weil ihm das Ganze bei aller stilistischen Brillanz nicht wirklich authentisch erscheint. Für Wallasch suhlt sich Clegg ein bisschen zu freudig im Drogensumpf, und er vermisst "Relevanz", "Selbstachtung", "Scham". Dass der Autor eine zweite Erzählebene mit Rückblicken in seine Kindheit einzieht (und hier etwas zu wohlfeil dem Vater und einem unbehandelten Pinkelproblem die Schuld an seinem Absturz zu geben scheint) verleiht dem autobiografischen Roman nicht den Mehrwert, der ihm in Wallaschs Augen fehlt. So hat er vor allem das Gefühl, es hier vor allem mit selbstmitleidiger Selbstbespiegelung zu tun zu haben, die ihn am Ende doch ziemlich kalt lässt.
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