Michael Nedo (Hg.)

Ludwig Wittgenstein

Ein biografisches Album
Cover: Ludwig Wittgenstein
C. H. Beck Verlag, München 2012
ISBN 9783406639876
Gebunden, 463 Seiten, 39,95 EUR

Klappentext

Dieser Band setzt Ludwig Wittgenstein ein Denkmal. Michael Nedo zeigt Wittgenstein in Fotos, Faksimiles, Briefen von und über ihn, in Zitaten aus seinen Schriften und in Berichten seiner Familie und seiner Freunde. Ein Album, das die komplexen Bezüge zwischen Wittgensteins Leben und Werk und seinem geistigen und persönlichen Umfeld erschließt. Ludwig Wittgenstein ist bis heute weltweit einer der einflussreichsten Philosophen. Sein erstes Werk erschien 1922 in London unter dem Titel "Tractatus logico-philosophicus" und begründete die analytische Philosophie. Seine 1953 posthum veröffentlichten Philosophischen Untersuchungen wurden zum Grundlagentext der sprachanalytischen Philosophie und leiteten einen Paradigmenwechsel ein: "Man könnte sagen, die Betrachtung muss gedreht werden, aber um unser eigentliches Bedürfnis als Angelpunkt."

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.08.2013

Differenziert und mit großem Interesse, wenn auch nicht ohne manche Einschränkungen, hat Rezensentin Nicole L. Immler diesen Band aufgenommen, den sie als eine Aufforderung liest, zu den Originalwerken zurückzukehren und das wuchernde Gestrüpp der Sekundärliteratur zu Wittgenstein einmal beiseite zu lassen. Dabei betont sie, dass der Band sozusagen seine Anregung bei Wittgenstein selbst findet, dem der Begriff des "Albums" wichtig war, da er an der Auflösung der chronologischen Form des Buchs arbeitete. Dass die Zusammenhänge zwischen Bild und Text zuweilen assoziativ sind, stört die Rezensentin nicht. Bedenken meldet sie aber an, wenn wegen der Darstellungsform ein Kontext nicht erklärt werden kann. Ihr Beispiel sind die in dem Band zitierten Briefe an Friedrich Hayek, ein anderes Genie aus der weitverzweigten Familie Wittgensteins - Hayek hatte im Jahr 1953 das Projekt einer Biografie über Wittgenstein und sammelte Erinnerungen von Zeitgenossen. Dieser Zusammenhang scheint in dem Band nicht recht dargestellt werden zu können. Am Ende ist das aber für Immler kein wirklicher Einwand gegen diesen "prächtig und aufwändig gestalteten Bildband".
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 06.10.2012

Mit ambivalenten Gefühlen betrachtet Rezensent Joachim Schulte diesen von Michael Nedo herausgegebenen Bildband über Ludwig Wittgenstein, der den Philosophen im Kontext der Zeitgeschichte zu zeigen versucht. Wie er berichtet, waren die meisten Bilder und Texte bereits in einem von Willy Fleckhaus 1983 gestalteten Band enthalten. Dass die Bilder von Wittgenstein, seinen Freunden und Angehörigen jetzt wieder zu sehen sind, kann er nur begrüßen. Unverständlich ist für ihn allerdings, dass die Problematik der Ausgabe von 1983 in der neuen Ausgabe nicht behoben wurde. Er meint den Umstand, dass die Texte für Nicht-Spezialisten häufig nicht verständlich sind und oft keinen wirklichen Erklärungswert bieten.