Aus dem Englischen von Ilse Strasmann. Am 20. Juli 1969 landeten zum ersten Mal Menschen auf dem Mond. Das historische Ereignis war der Triumph Wernher von Brauns, eines so genialen wie ehrgeizigen Ingenieurs aus Deutschland. Seit seiner Jugend folgte er unbeirrbar seinem Traum von der Eroberung des Weltraums, für den er bedenkenlos auch mit den Nationalsozialisten paktierte.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 07.10.2009
Michael J. Neufeld hat die Biografie des Raketeningenieurs Wernher von Braun zwar mit umfassender Gründlichkeit recherchiert, dennoch macht er den Rezensenten Urs Hafner mit dem Buch nicht richtig froh. So akribisch wertet der amerikanische Raumfahrthistoriker die Quellen aus, dass der Lesefluss darunter leidet, klagt der Rezensent. Zudem geht es für den Geschmack Hafners allzu technisch zu, ganz so genau wollte er offenbar nicht wissen, wie Raketen konstruiert werden oder über was genau in Militär und Luftfahrtbehörde gestritten wurde. Denn daneben kommt ihm die Persönlichkeit des Pioniers der Luft- und Raumfahrt, in dessen Peenemünder Raketenzentrum sich Tausende von KZ-Gefangenen zu Tode schufteten, zu kurz. Die Person bleibt blass, über die Persönlichkeit von Brauns, der bis zu seinem Tod ein Wissen um die Leiden der Zwangsarbeiter geleugnet hat, erfährt man sehr viel weniger als über die Raketenkonstruktion, beschwert sich der Rezensent. Auch die Übersetzung hat Hafner offensichtlich nicht zufrieden gestellt und so war diese Biografie für ihn ein eher getrübtes Lektüreerlebnis.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.07.2009
Günter Paul weiß um die Bekanntheit wie über die schillernde Persönlichkeit Wernher von Brauns als Visionär einerseits, als Handlager der Nazis andererseits. Das vorliegende Buch von Michael J. Neufeld begrüßt er als wichtige Ergänzung, weil es Brauns Zeit unter Hitler und seine spätere Tätigkeit in den USA gründlich und unter "umfassender Berücksichtigung" von Primärquellen darstellt. Über den "faustischen Pakt" Brauns, der die militärische Nutzung (erst unter Hitler, dann bei der Entwicklung der Atombombe) seiner Raumfahrtvisionen verdrängte, erfährt der Rezensent indessen leider nichts. So "großartig und überzeugend", wie der Autor Brauns Begeisterung für Flüge zum Mond und zum Mars darzustellen vermag, so unzureichend bleibt der Band für Paul, wenn es um einen kritischen Standpunkt zum Thema Massenvernichtungswaffen geht.
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