Michael H. Kater

Komponisten im Nationalsozialismus

Acht Porträts
Parthas Verlag, Berlin 2004
ISBN 9783936324129
Gebunden, 495 Seiten, 38,00 EUR

Klappentext

Michael H. Kater durchleuchtet die Biografien von Werner Egk, Paul Hindemith, Kurt Weill, Karl Amadeus Hartmann, Carl Orff, Hans Pfitzner, Arnold Schönberg, Richard Strauss und untersucht ihre Lebensumstände insbesondere in den Jahren zwischen 1933 und 1945. Durch zahlreiche Dokumente und die Erinnerungen von Angehörigen, Nahestehenden und Zeitzeugen gelingt es ihm, die Arbeitsbedingungen der Komponisten während des Nationalsozialismus außerordentlich lebendig und in ihrer ganzen Widersprüchlichkeit darzustellen. Welchen Weg schlugen die teils bekannten, teils berühmten Musikschaffenden ein? Passten sie sich der nationalsozialistischen Ideologie an? Arrangierten sie sich mit dem NS-Regime? Widerstanden sie dem Nazismus oder ließen sie sich korrumpieren? Wie lebten sie im Exil? Und hinterließ dies Spuren in ihrer Musik? Und schließlich: Wie verliefen ihr Leben und ihre Laufbahn nach 1945?

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 11.11.2004

Einigermaßen entsetzt ist Volker Hagedorn über dieses Buch. Er rettet sich dabei durchweg in Süffisanz, etwa wenn er feststellt, dass bei den acht Porträts, die hier versammelt sind, Richard Strauss wohl deshalb noch ganz gut wegkomme, weil der Autor "dessen Musik ein bisschen" kenne. Die der anderen, da hat Hagedorn keinen Zweifel, dagegen nicht. Am Einzelbeispiel Hans Pfitzner wird das ein wenig genauer ausgeführt, aber man hat den Eindruck, dass der Rezensent das Buch einer detaillierteren Beweisführung nicht für wert hält. Grundiert wird das Machwerk von der schlichten These, dass moralisch fragwürdige Charaktere gewiss keine hörenswerte Musik komponiert haben können. Auch die Übersetzung, so Hagedorn fast schon achselzuckend, "geriet entsprechend grob". Aber wen kümmere es noch, dass die Chromatik hier als "Chromatismus" daherkomme.