Herwig Knaus hat Tausende von Aufzeichnungen und Briefentwürfe aus dem Nachlass Bergs geordnet und entziffert. Daraus entstand diese einzigartige Biographie, die einen neuen, authentischen Blick auf den Künstler bietet. Die bisher zugänglichen, von seiner Frau Helene Nahowski mitunter kräftig zensierten Quellen gaben bisher nur einen gelenkten Blick auf den Komponisten frei. Viele Aspekte von Alban Bergs Biographie blieben dabei ausgespart: seine Schwierigkeiten mit der eigenen Familie und der lesbischen Schwester, die aus Kriegs- und Nachkriegszeit entsprungenen wirtschaftlichen Nöte, sein Verhältnis zu Frauen, Kollegen und vor dem Hintergrund des traditionellen Wiener Antisemitismus die Beziehung zu seinem Lehrer Arnold Schönberg.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 30.04.2010
Bekanntes, aber auch neue Einzelheiten erfährt Rolf Urs Ringger aus dieser Publikation zu Alban Berg. Was die beiden Musikjournalisten Herwig Knaus und Wilhelm Sinkovicz vor allem an Originaltexten zusammengetragen haben, zeigt dem Rezensenten, wie sehr die Entwicklung Bergs vom Zufall geprägt war, aber auch von einem starken Ego. Dass dabei auch Überflüssiges (Heizabrechnungen, Hundesteuer) mitgeteilt wird, kann Ringger verkraften. Bergs abwechslungsreiche Biografie, der hier gepflegte flüssige Stil, knappe Anmerkungen und eine konjunktivische Annäherung (bei nicht stichhaltiger Quellenlage) lassen ihn darüber hinweg sehen.
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