Aus dem Englischen von Ulla Höber. Richard Strauss verkörperte eine ganz andere Moderne als der etwas jüngere Arnold Schönberg mit seiner Zwölf-Ton-Musik. Bryan Gilliam zeigt, wie Strauss in seinen Opern und symphonischen Werken, seiner Kammermusik und seinen Liedern eine völlig neue musikalische Sprache entwickelte. Er lässt das Umfeld von Freunden, Familie und Mentoren lebendig werden, beschreibt das komplexe Verhältnis zu Richard Wagner und die Zusammenarbeit mit Hugo von Hofmannsthal, Strauss wichtigstem Opernlibrettisten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.03.2014
Jens Malte Fischer schätzt Bryan Gilliams Biografie des Komponisten Richard Strauss, dessen 150. Geburtstag dieses Jahr gefeiert wird, als solide und prägnant, übt aber gleichwohl Kritik an dem Buch. Er lobt die kurz gefassten, souveränen und instruktiven Werkanalysen des renommierten Strauss-Forschers sowie die insgesamt instruktive Lebensbeschreibung. Weniger gefällt ihm, dass der Autor den Komponisten in allzu mildem Licht erscheinen lässt, gerade was dessen Verhalten während der Nazi-Zeit anbelangt. Dabei will er Gilliam keine falschen Darstellungen oder gar Verharmlosungen vorhalten. Aber er kommt nicht umhin festzustellen, dass eine Reihe von Episoden eine schärfere Analyse verdient hätten. Besonders bedauert er, dass Strauss' Unterschrift unter dem "Protest der Richard-Wagner-Stadt München" gegen Thomas Mann vom April 1933 nicht thematisiert wird.
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