Michael Axworthy

Iran

Weltreich des Geistes. Von Zoroaster bis heute
Cover: Iran
Klaus Wagenbach Verlag, Berlin 2011
ISBN 9783803136367
Gebunden, 347 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Gennaro Ghirardelli. Michael Axworthy führt in großem Bogen und zugleich detailreich durch drei Jahrtausende iranischer Kulturgeschichte.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 05.03.2012

Elisabeth Kiderlen sieht in Axworthys Buch einen echten Gewinn für die aktuelle Debatte über den Iran. Der Autor schaffe es, die historischen Konstanten der iranischen Identität herauszuarbeiten, die trotz wechselnder Fremdherrschaft und äußeren Einflüssen überlebt haben, bescheinigt die Rezensentin. Bei Axworthy erfährt Kiderlen, dass besonders drei Faktoren dazu beigetragen haben: Sprache, Kultur und Religion - etwas genauer: der Erhalt der persischen Sprache unter den Besatzern, die blühende Dichtkunst und der Stolz auf sie sowie das Schiitentum mit seiner  "Orthodoxie, Mystik und Opferbereitschaft". Die Rezensentin stellt besonders das Verhältnis von weltlicher und geistiger Führung in den Vordergrund, in dem die religiös-konservativen Gruppen ihr revolutionäres Potential gegenüber dem Shah gezeigt haben, wie in der Islamischen Revolution 1979. Kiderlen stellt sich dann, bei aller Faszination für die kulturelle Geschichte des Landes, die Frage, ob der Iran eine "aggressive Macht" sei, ein "Opfer" oder beides. Sie lässt sie aber - wie der Autor - unbeantwortet.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 29.02.2012

Stefanie Peter stellt gleich zwei Bücher vor, die ihr den Iran als einst große Kulturnation nahe brachten. Der langjährige Diplomat Michael Axworthy rekapituliert auf 350 Seiten die 3000-jährige Kulturgeschichte des Iran, und die Rezensentin hat dabei eine Menge gelernt. Axworthy beginnt mit Zarathustra im 6. Jahrhundert, beschreibt die islamische Eroberung und kommt schließlich zu der Moderne. Sehr interessant findet Peter, wie Axworthy das gespaltene Verhältnis der iranischen Intellektuellen zum Westen beleuchtet, und mag als einzigen Punkt bemängeln, dass der Autor der iranischen Filmtradition zu wenig Platz einräumt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.02.2012

Dass der Iran ein geistiger Kosmos ungeahnter Ausdehnung (bis in die christlichen Heterodoxien in Europa) ist, erfährt Wolfgang Günter Lerch von Michael Axworthy in gewohnter angelsächsischer Leichtigkeit. Axworthy breitet 2500 Jahre iranische Geistesgeschichte vor den Augen des Rezensenten aus und zeigt ihm, dass der antike Iran weder kulturlos noch intolerant war - eine Feststellung, die laut Lerch immer mal wieder gemacht werden muss. Von der vorislamischen Zeit über die durchaus langwierige Islamisierung und den Ajatollah-Staat bis heute reicht der Bogen. Lerchs Einwände gegen das Buch beschränken sich auf den Mangel an wissenschaftlicher Selbstverortung; nicht einen der bedeutenden deutschen Iranisten nennt der Autor! Nicht mal Grotefend, den großen Keilschrift-Entzifferer!
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