Klappentext

Aus dem Katalanischen von Angelika Maass. Adria Guinart ist jung, der Krieg ist ihm ein Abenteuer, als er mit ein paar Freunden zur Front aufbricht. Durch Szenen von Roheit und rätselhafter Fremdheit geht er mit offenen Sinnen, staunend und wie wenn sich die Welt zum erstenmal darböte. Das Schöne und das Schreckliche stürzen auf ihn ein, liefern ihn einer Erfahrung aus, die stärker ist als er.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.01.2008

Den leisen Tönen des Buches kann Hans-Martin Gauger einiges abgewinnen. Zum Besipiel wird ihm klar, wie wenig lokal, wie "universell" die Katalanin Merce Rodoreda erzählt, wenn sie ihr Thema der "Provinz des Menschlichen" angeht. Dass Goya nicht fern ist, hat für Gauger ebenfalls Reiz. Dessen "Ungeheuern" spürt er bei der Lektüre nach und wird fündig. Schließlich geht es um Krieg (wenn auch am Rande) und Einsamkeit. Die Härte der Motive sieht Gauger gemildert durch einen poetischen, weichen Ton, durch "schöne Evokationen von Landschaft" und surreale Ausblicke. Ein Buch in "trefflicher" Übersetzung, schwärmt Gauger, das sich "nur langsam erschließt".
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 10.10.2007

Ziemlich beeindruckt fasst Rezensentin Katharina Döbler ihre Leseeindrücke von diesem letzten Roman der "großen alten Dame der katalanischen Literatur" zusammen, der ihren Informationen zufolge 1962 im Original erschien, noch einmal vom Spanischen Bürgerkrieg erzählt und wie man darin überleben konnte. Daneben handele es sich aber auch um einen Entwicklungsroman, eine Geschichte vom Erwachsenwerden, schreibt Döbler, in deren Zentrum ein halbwüchsiger Junge stehe, der immer auf der Flucht vor irgendjemandem sei. Noch einmal habe Merce Rodoreda in diesem letzten, großen Roman nach zwanzig Jahren Schweigen alle Ebenen ihres Schreibens, in denen sich aus Sicht der Rezensentin symbolistische wie realistische Elemente vereinen, zu einem großartigen Ganzen gefügt, und für ihren Blick auf das Leben, das "Wesen des Menschen" "zauberhafte klare Worte", für das "Trauma des Bürgerkriegs" sogar hoch symbolische Bilder gefunden.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 08.10.2007

Das ist "hohe Kunst", beim Thema Krieg weder in die Verzweiflung noch in den Euphemismus abzugleiten, lobt Margrit Klingler-Clavijo. Merce Rodoreda sei nicht umsonst die wichtigste katalanische Schriftstellerin des 20. Jahrhunderts. Ihr bekanntestes Werk "Auf der Placa del Diamant" zählt Gabriel Garcia Marquez zu seinen Lieblingsbüchern, so die Rezensentin. Der 1980 zum ersten Mal veröffentlichte Roman "Weil Krieg ist" folge einem Fünfzehnjährigen, der immer wieder mit dem Krieg in Berührung kommt, bis er schließlich selbst gewalttätig wird und die Peinigerin seiner großen Liebe halbtot schlägt. Rodoreda bezieht sich auf den spanischen Bürgerkrieg, erwähnt ihn aber nie direkt. Schlachten oder Scharmützel beschreibt sie ebenfalls nicht, sondern schafft "poetische Miniaturen", die die Rezensentin an Gleichnisse aus der Bibel erinnern. Ungenau wird es deshalb nicht. "Unverblümt und direkt" hat Klingler-Clavijo in diesem Werk von "ungewöhnlicher Leuchtkraft" erfahren, dass jeder zum Krieg fähig ist.