Ausgewählte Werke (Herausgegeben von Hans-Gerd Koch und Hans Dieter Zimmermann in Zusammenarbeit mit Barbora Šramková und Norbert Miller). Mit einem Vorwort von Stefan Zweig. Ein historischer Roman über Johannes Kepler und die Anfänge der modernen Naturwissenschaft in Prag um 1600. Die moderne Naturwissenschaft beginnt nicht nur im Florenz Galileis, sondern auch im Prag Rudolfs II. Der katholische Kaiser zog den dänischen Astronomen Tycho Brahe und den deutschen Johannes Kepler an seinen Hof: Zwei Protestanten, zwei Vertriebene, die in Prag Zuflucht fanden. Es war eine glückhafte Begegnung, die kaum ein Jahr dauerte und mit Brahes rätselhaftem Tod endete. Die genauen Beobachtungen und Berechnungen Brahes bildeten die Grundlage für Keplers Werk über die Planetenbahnen, das bis heute unser Weltbild bestimmt. Max Brod bietet in seinem ersten und bekanntesten historischen Roman von 1915, den er seinem Freund Franz Kafka widmete, ein großartiges Panorama der Zeit um 1600 und eine intensive Darstellung der beiden unterschiedlichen Charaktere. Vorbild für die Figur des Johannes Kepler war Albert Einstein, den Max Brod kennenlernte, als er an der Prager Universität lehrte.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 10.05.2014
Rezensentin Hannelore Schlaffer begrüßt die nun in verschiedenen Bänden nach und nach erscheinende Ausgabe der Werke Max Brods. Interessiert liest sie Brods Roman "Tycho Brahes Weg zu Gott", der nicht nur Franz Kafka gewidmet ist, sondern auch die Freundschaft der beiden ungleichen Literaten zu verarbeiten scheint. Sie folgt hier dem Verhältnis zwischen dem umsichtigen Astronom Tycho Brahe und dem übermütigen Mathematiker Johannes Kepler, deren Charaktere ebenso unterschiedlich sind wie jene Kafkas und Brods. Allein in diesem lesenswerten Roman erkennt die Kritikerin, wie stark sich Brod an gesellschaftlichen Konventionen orientierte.
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