Herausgegeben von Roland Reuß und Peter Staengle. Mit 387 farbigen Abbildungen. 54 Studien, die Hartmut Binder in den Jahren zwischen 1967 und 2020 über Leben und Werk von Franz Kafka publiziert hatSeit mehr als 50 Jahren beschäftigt sich Hartmut Binder mit Kafka, von dem Bestreben geprägt, dem Prager Autor durch Untersuchungen seiner Lebensumstände, aber auch durch Textanalysen auf die Spur zu kommen. Die hier versammelten, zwischen 1967 und 2020 verstreut publizierten Studien haben sich als unentbehrlich für die Forschung erwiesen. Für den Neudruck sind die Texte kritisch durchgesehen worden, Zitate und Anmerkungen sowie das Korpus der Abbildungen sind auf den aktuellen Stand gebracht. Zahlreiche Farbabbildungen geben zudem einen Einblick in Leben und Zeit Kafkas.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 05.06.2024
Mit Begeisterung und viel Lob bespricht Rezensent Helmut Böttiger zwei Neuerscheinungen, die von ihrem Umfang her "alles sprengen" was der diesjährige Kafka-Marathon zu bieten hat. Beide stammen aus der Feder des erfahrenen Langstreckenläufers Hartmut Binder, der seit Jahrzehnten "Auf Kafkas Spuren" (so der Titel eines der beiden Bände) über die holprigen Pfade des letzten Jahrhunderts rast. Herausgegeben von Roland Reuß und Peter Staengle - selbst eminente Kafka-Forscher, wie der Rezensent betont - versammelt der Band Einzelstudien und kleinere Aufsätze Binders. Sorgfältig und behutsam, fast peinlich in seiner strikten Quellennähe charakterisiert Böttiger die Arbeit des "Kafkalogen". Bei der publizistischen Erschließung von Kafkas Schreiben und Leben gehe es ihm "um das konkrete Material" und nicht um theoretisches Gerede. Auch der andere Band gefällt dem Rezensenten sehr gut. Darin hat Binder sein Archivmaterial zum Prager Leben des frühen 20. Jahrhunderts zu einer ebenso "kultur- und zeitgeschichtlich aufschlussreichen" Fotosammlung zusammengestellt. Ein lebhaftes Bild der gesellschaftlichen Verhältnisse im Habsburgerreich und der ersten tschechischen Republik offenbart sich dem Blick des Rezensenten.
Zum 100. Kafka-Jubiläum sichtet Helmut Böttiger unter anderem das neue, recht umfangreiche Buch von Hartmut Binder, laut Böttiger eine Sammlung von zwischen 1967 und 2020 entstandenen Einzelstudien zu allen möglichen und unmöglichen Themen rund um Kafka. Da gibt es laut Rezensent einiges zu entdecken, so über Kafkas Lektüre der jüdischen Wochenschrift "Selbstwehr" und Briefstellen über den jüdischen Fußballklub Hakoah, die der Autor dem Leser laut Böttiger geduldig auseinandersetzt. Dass der Autor solche Entdeckungen nicht ausschlachtet, sondern eher "nachrichtlich" benennt, findet Böttiger bemerkenswert. Der Autor bewährt sich als positivistischer Kenner der Materie, erklärt Böttiger nicht ohne Bewunderung.
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