Gottlob Frege war einst ein kaum bekannter intellektueller
Einzelgänger. Als er verstarb, nahm niemand davon
Notiz. Er schien vergessen. Doch kein Vierteljahrhundert
später ist er der größte Logiker seit Aristoteles, sein
philosophisches Werk von epochaler Bedeutsamkeit.
Aus dem akademischen Außenseiter wurde ein Heroe
der Wissenschaftsgeschichte. Wie kam es indes zu Freges
posthumer Geburt? Die vorliegende Untersuchung
erzählt diese außergewöhnliche Geschichte und hält so manche Überraschung
bereit. Die bibliografischen Koordinaten JSL
1(4), 135 führen zum Schlüssel des Rätsels.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.09.2016
Wolfgang Kienzler, Philosophie-Dozent in Jena, liest Matthias Willes Studie mit Gewinn. Über die verschlungenen Wege des Nachruhms von Gottlob Frege zwischen 1925 und 1950 erfährt er bei Wille Erstaunliches. Dass nämlich weder Wittgenstein noch Carnap oder Russell dem analytischen Philosophen zum Durchbruch verhalfen, sondern möglicherweise die Association for Symbolic Logic in Harvard und Princeton mit Alonzo Church. Für Kienzler eine lesenswerte neue Perspektive auf das Werden eines Klassikers.
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