Matthew Pearl

Der Dante Club

Roman
Cover: Der Dante Club
Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg 2003
ISBN 9783455058802
Gebunden, 480 Seiten, 22,90 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Rudolf Hermstein. Der Dichter und Übersetzer Henry Wadsworth Longfellow arbeitet an einem hoch ambitionierten Projekt. Mit anderen Schriftstellern, Harvard-Gelehrten und dem Verleger J. T. Fields hat er einen Zirkel ins Leben gerufen, der sich zum Ziel gesetzt hat, Dantes "Göttliche Komödie" erstmals einem amerikanischen Lesepublikum zugänglich zu machen. Ein Unternehmen, dem die Universitätsleitung mit großer Skepsis gegenübersteht. Fürchtet man doch die fremden literarischen Einflüsse nicht weniger als die ausländischen Immigranten. Die Arbeit des Dante Clubs kommt jäh zum Stillstand, als die Mitglieder erkennen, dass die bestialischen Bostoner Morde nach dem Muster der Höllenqualen in Dantes "Inferno" begangen wurden. Von nun an - das wissen die Gelehrten - stehen nicht nur weitere Menschenleben auf dem Spiel, sondern auch ihr ehrgeiziges Übersetzungsprojekt. Um den Volkszorn nicht auf Dante und den Club zu ziehen, bleibt ihnen nur eine Möglichkeit: im Verborgenen nach dem Mörder zu suchen und ihm Einhalt zu gebieten.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 16.03.2004

Die "Besonderheit des Professorenromans" hebe Pearls Roman "über die Banalität eines Krimis hinaus", findet Stefana Sabin. Und diese bestehe in der kulturhistorischen Dimension, in der die Handlung des Romans eingebettet ist. Die Mitglieder des Dante Clubs wurden von Pearl "glaubwürdig fiktionalisiert", und "geschickt" mit der Mordgeschichte verwoben, befindet die Rezensentin. Indem ein Bostoner Serienmörder seine Opfer nach dem Muster von Dantes Inferno tötet und die Harvard-Gelehrten philologisch gewappnet sich auf seine Spur begeben, erzählt der Literaturprofessor zugleich die "sozial- und literaturhistorische Geschichte über den Kulturkampf gegen den Katholizismus in Boston und über die Rezeption Dantes in der Neuen Welt". Immerhin bekennt unsere Rezensentin, dass Pearls Buch zur Lektüre Dantes verführe. Mit weiteren Urteilen hält die Rezensentin aber hinterm Berg.
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