Matthew B. Crawford

Philosophie des Fahrens

Warum wir gern am Steuer sitzen und was das mit Freiheit zu tun hat
Cover: Philosophie des Fahrens
Ullstein Verlag, Berlin 2022
ISBN 9783550050541
Gebunden, 480 Seiten, 26,99 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen Stephan Gebauer. Wenn wir Auto fahren, verheißt die Straße Autonomie, Abenteuer, aber auch Vertrauen auf andere. Doch Technologiegiganten arbeiten an einer Zukunft des "autonomen Fahrens". Der Philosoph Matthew B. Crawford bezweifelt, dass uns das gut tun würde, und zeigt, worum es beim Fahren wirklich geht.  Denn es macht einen entscheidenden Unterschied, selbst am Steuer seines Autos zu sitzen und damit wenigstens einen Bereich seines Lebens zu kontrollieren, statt nur passiver Passagier zu sein. Der Fahrersitz ist einer der wenigen verbliebenen Orte, wo manuelle Geschicklichkeit, der Drang nach Erkundung und das Gefühl von Freiheit eine reale Rolle spielen. Das eigenständige Fahren ist das letzte Refugium der Selbstbestimmung gegenüber der Gängelung und Nivellierung durch wuchernde Bürokratie, Regelungswut und Überwachungskapitalismus, aber auch ein Ort der spontanen, geregelten Verständigung zwischen Individuen - und dadurch ein wesentlicher Bestandteil unserer Demokratie.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.11.2022

"Philosophie des Fahrens". Jörg Thomann weist gleich am Anfang seiner Rezension darauf hin, dass Matthew B. Crawford ein in Autos verliebter Amerikaner ist. Denn das erklärt den Untertitel des Buchs: "Warum wir gern am Steuer sitzen und was das mit Freiheit zu tun hat". Zwei Gründe gebe es, den fast 500 Seiten starken Wälzer gleich beiseite zu legen, schreibt Thomann: Wenn Sie zu den Menschen gehören, die sich für  Kupplungsdruckplatten interessieren oder zu denen, die, wie Thormann formuliert, eine "grünideologische Verkehrsbegrenzungspolitik" richtig finden. Für alle anderen fasst er zusammen: Crawford sei ein Nostalgiker, der das fahrerlose Auto fürchtet. Der das Gefühl für seinen Körper beim Fahren zur Freiheit verklärt, dem Stau etwas Musikalisches abgewinnen kann - und Deutschland lobt: Schnelles Fahren zu erlauben und Raser zu bestrafen sei vorbildlich, weil Bürger als Erwachsene behandelt würden. Anders als in Amerika, dem Sinnbild für Freiheit und Individualismus.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 18.07.2022

Rezensentin Catrin Stövesand ist froh, dass der Philosoph Matthew B. Crawford nicht wie Ulf Poschardt das freie Fahren auf freie Autobahnen glorifiziert. Wenn der Autor seine Liebe zur Fortbewegung, vor allem im Auto, beschwört, geht es laut Stövesand differenzierter zu. Ein Anliegen des Autors erkennt sie dabei in der Verteidigung des Selbst-Fahrens gegen Entwicklungen auf dem Gebiet des autonomen Fahrens. Hier argumentiert Crawford nicht technologiefeindlich, sondern ausgewogen, findet die Rezensentin. Wenn der Autor von der Sachlage in den USA zu deutschen Verhältnisse abschweift, wird es laut Stövesand allerdings mitunter faktisch ungenau.

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