Aus dem Norwegischen von Max Stadler. Im letzten Teil der skandinavischen Misanthropie vollendet Matias Faldbakken das Bild einer Gesellschaft, in der Realität und Illusion, Sex und Liebe, Individualität und Massenkonsum nicht mehr zu unterscheiden sind. Im Mittelpunkt von "Unfun" stehen Lucy, afrikanisch-skandinavische Anarchistin, und ihr Ex-Mann Slaktus, Fitnessfanatiker und Gewaltintellektueller. Zusammen mit ihren hyperaktiven Zwillingssöhnen, deren ätzendes Lachen jede Moral untergräbt , ist die einstige Familie in ein neues Projekt von Slaktus eingebunden: der Entwickung des Online-Slasher-Games "Deathbox". Dieses ist nicht nur von Horrorfilmen aus den 70er Jahren inspiriert, sondern auch von Joseph Conrads Klassiker "Herz der Finsternis".
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.08.2009
Erst im letzten Satz seiner kurzen Rezension lässt sich Alexander Müller dazu hinreißen, "Unfun" mit dem Matias Faldbakken seine "skandinavische Misanthrophie"-Trilogie abschließt, zu empfehlen. Zuvor spricht er ausschließlich von nahezu unerträglichen Gewaltbildern und Perversionen, die schlichtweg scham- und geschmacklos seien. Rassismus, sexuelle Gewalt und popkultureller Sadismus sind zentrale Themen, die der Rezensent aber schlussendlich doch in den "konzeptkünstlerisch" anspruchsvollen Roman schlüssig eingeflochten sieht. Außerdem sei der dritte Teil der Trilogie der "furioseste", versichert Müller.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 21.07.2009
Laut Meike Fessmann ist der Autor auf der Höhe der Zeit. Den Abschluss von Matias Faldbakkens Trilogie "Skandinavische Misanthropie" versteht sie als gekonnten Brückenschlag. Zwischen der Hyperrealität der Bildschirm-Junkies und einer Familiengeschichte. Zwischen cooler und trivialer Darstellung von Gegenwartstendenzen. Und zwischen den Gewalt- und Befreiungsdiskursen der Gamer- und HipHop-Szene. Garniert mit "lockerer" Sprache, vielen englischen Dialogen und Slapstick- und Splatter-Elementen wird für Fessmann ausgesprochen gute Unterhaltung daraus.
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