Aus dem Norwegischen von Bernhard Strobel. Diese Geschichten kreisen allesamt um existentiell herausfordernde Situationen. Es sind Begegnungen zwischen Paaren oder vergangene Weggefährten, die plötzlich auftauchen und eine seltsame Schwere hinterlassen. Wir begegnen Menschen in Aufbruch und Verzweiflung, jungen Erwachsenen in Konfrontation mit sich selbst und dem Leben, das sie leben. Die Erzählungen spielen vor dem Hintergrund entseelter Vorort- und Kleinstadtlandschaften. Etwas Bedrohliches scheint dort zu lauern, fast undurchlässig sind die Kulissen.
Sehr beeindruckt ist Carola Ebeling von diesem "schmalen" Erzählband, das dritte Buch des Norwegers Bjarte Breiteig, und das erste, das in deutscher Sprache erschienen ist. Es geht um das grundsätzliche Alleinsein eines jeden Menschen. Nie kann sie durchbrochen werden, nie entsteht irgendeine Form von Nähe. Und doch hat der Rezensentin das gut gefallen, denn erstens erzählt Breiteig mit "knapper, präziser" Sprache und zweitens ist noch im größten Unglück immer die Sehnsucht der Figuren nach Liebe spürbar.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.10.2010
Den dritten Band mit Erzählungen des Norwegers Bjarte Breiteig liest Peter Urban-Halle mit wachsendem Unbehagen und einigermaßen orientierungslos. Aber so sind diese Texte, das ist ihr Dreh, so soll es sein. Urban-Halle erklärt sich die kalkulierte Unsicherheit, die die Texte vermitteln, mit der Vorstellung von einer grundsätzlichen Krankheit als Voraussetzung menschlichen Seins, die den Autor umtreibe. Dass die Texte den Leser derart in der Luft hängen lassen und sprachlich spröde zurückweisen, lässt den Rezensenten zwischen den Zeilen lesen, wie bei Carver. Und das wieder ist doch ein Gewinn.
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