Aus dem Französischen von Peter Trier. Die Geschichte von Victoire Quidal, Großmutter der Autorin Maryse Conde, die Ende des 19. Jahrhunderts auf Guadeloupe aufwächst. Obwohl sie nie lesen und schreiben lernt und nur kreolisch spricht, gelingt es ihr, als talentierte Köchin ihrer Tochter einen sozialen Aufstieg zu ermöglichen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.06.2011
Für Rezensent Joseph Hanimann stellt Maryse Conde auch mit "Victoire" wieder einmal unter Beweis, wie "lebendig und kraftvoll" sie über Menschen und Situationen schreiben kann. Auf der Suche nach ihren kreolischen Wurzeln schildere die Autorin das Schicksal ihrer karibischen Großmutter Victoire, die noch in einer Zeit lebte, als Väter ihre Töchter auspeitschten, um zu erfahren, wer sie geschwängert habe. Bewegt liest der Kritiker die Geschichte von Victoire, die ausgegrenzt durch ihre weiße Hautfarbe, früh lernt, ihre Gefühle zu unterdrücken. Auch lehrreich sei Condes Buch, etwa wenn sie Episoden der karibischen Emanzipations- und französischen Kolonialgeschichte erzähle. Und nicht zuletzt hat sich der Rezensent bestens unterhalten gefühlt, wenn die Autorin zahlreiche - frei erfundene - Nebengeschichten in ihre Erzählung einbindet.
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