Dieses vor über zweihundert Jahren verfaßte Dokument wurde die einflußreichste Schrift der englischen Frauenrechtsbewegung. Durch Rousseau und die Französische Revolution angeregt, fordert Mary Wollstonecraft die Befreiung von den Rollenklischees weiblicher Gefügigkeit und Adrettheit, wendet sich gegen die Herabwürdigung der Frau zur Haussklavin und Mätresse, verlangt freiheitliche Erziehung und Koedukation, ein partnerschaftliches Verhältnis von Mann und Frau, die soziale und rechtliche Gleichstellung, Chancengleichheit in Bildung und Beruf sowie die ökonomische Unabhängigkeit der Frau.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 01.04.2000
Ein bisschen schade, dass diese Besprechung mit dem Namen "Frankenstein" endet, also dem Werk, dessen Schöpferin die Tochter der Wollstonecraft war. Es scheint, als will Tobias Heyl nahelegen, dass der so selbstbewusste Glaube an die Vernunft, der die Mutter auszeichnete, durch die schaurige Romantik ihrer Tochter widerlegt worden ist. Dabei lobt der Rezensent die kluge Mutter durchaus, deren Werk zwar nie berühmt aber immer "von Interesse geblieben" ist. Und er erwähnt auch, dass ihre Argumentation und "intellektuelle Schärfe" gegen die "unabänderliche Zweitrangigkeit der Frau" ganz besonders an die Adresse des Zeitgenossen Rousseau gerichtet waren, dessen Misogynie ansonsten ja erstaunlich undiskutiert geblieben ist. Leider sagt Heyl kein Wort über die Qualität dieser neuen Übersetzung, mit der vielleicht doch nicht ohne Grund Irmgard Hölscher beauftragt wurde.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…