Aus dem Englischen von Cornelia Röser. Emilie Pine spricht wie niemand sonst darüber, was es heißt, im 21. Jahrhundert eine Frau zu sein. Es ist das Buch einer ganzen Generation. Ein Buch über Geburt und Tod, sexuelle Gewalt und Gewalt gegen sich selbst, weiblichen Schmerz, Trauer und Infertilität. Es ist ein Buch über den alkoholkranken Vater, über Tabus des weiblichen Körpers. Und es ist trotz allem ein Buch über Freude, Befriedigung und Glück.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 27.09.2022
Rezensentin Insa Wilke liest Emilie Pines Bestseller-Essays mit Spannung. Was Pines über Körper ohne Sprache, Fehlgeburten ohne Trauer und das liberale Scheidungsrecht in Irland schreibt, klingt in ihren Ohren drastisch, auch in der Übersetzung von Cornelia Rösler. Dass es der Autorin gelingt, spezifisch irischen Themen eine allgemeine Perspektive abzugewinnen, indem sie von fehlender Fürsorge für Jugendliche berichtet, von Ohnmacht und Scham. Die Folgen von politischer Gewalt und patriarchalen Strukturen für den Einzelnen und die Gesellschaft stellt das Buch eindrucksvoll aus, meint Wilke.
Peter Praschl erkennt sofort den Unterschied zwischen Emilie Pines Essays über ihr Leben als Frau, die für ihn eine Autobiografie der Autorin ergeben, und Karl Ove Knausgards autobiografischem Epos. Wo Knausgard Demütigungen als Hindernisse der Karriere beschreibt, die es auszuräumen gilt, sind Schmerzen bei Pines einfach Schmerzen. Keine Idealisierung, nirgends. Insofern ist das Buch für Praschl harte Lektüre. Es geht um den Alkoholmissbrauch des Vaters der Autorin, um das Schweigen der Eltern, um Schuleschwänzen, Vergewaltigung und Burnout, erklärt Praschl. Souverän aber scheint ihm das Buch in Stil, Genauigkeit und Ehrlichkeit.
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