Konrad stinkt es gewaltig, dass er seine Ferien mit dem Wunderkind Lisbeth verbringen muss. An allem hat er Schuld, wahrscheinlich sogar am Salz im Meer. Aber bei ihren Nachforschungen zum Betonbunker am Strand des Atlantiks sind sie sich komplett einig. Sie stoßen nicht nur auf das Blaue Haus, sondern stolpern auch über rätselhafte Dokumente aus finsteren Zeiten und sorgsam gehütete Familiengeheimnisse.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.03.2016
Tilman Spreckelsen geht Martina Wildners Teenager-Protagonist Konrad ganz schön auf den Leim. Wenn Konrad sich im Frankreich-Urlaub mit seiner Cousine zusammentut, um allerhand Geheimnissen (Atlantikbunker, skurrile Figuren) auf den Grund zu gehen, ahnt er ja nicht, mit wem er es zu tun hat. Die "Ermittlungsfortschritte" scheinen allesamt dem Zufall zu verdanken. Weil die Autorin mit ihren ohnehin nüchternen Mitteln wie auch mit dem Unwahrscheinlichen gut haushaltet, geht Spreckelsen erst ganz am Schluss des Textes ein Licht auf. Da muss er das Buch gleich noch einmal lesen.
Eigentlich schätzt Susanne Gaschke das Werk von Martina Wildner, doch diesmal, so mutmaßt die Rezensentin, habe die Jugendbuchautorin einfach zu viel gewollt - und deshalb so wenig erreicht. Kritikpunkte hat Gaschke einige: Den 13-jährigen Helden findet sie bemüht gebrochen, eigenartig und unsympathisch, einen Großteil des übrigen Personals hätte es ihrer Ansicht nach nicht gebraucht. Die Handlung werde durch allerlei unwahrscheinliche Zufälle vorangetrieben, so Gaschke, und auch das Verhalten der Cousine Lisbeth sei wenig glaubwürdig. Als größte Schwäche macht die Kritikerin aber den Umgang mit der Nazivergangenheit aus, der die Folie des Geschehens bilde und nicht mehr sei "als bloßes Ausstattungsmaterial". Gaschke ärgert sich regelrecht über diesen leichtfertigen und verharmlosenden Umgang mit dem Thema.
Lena Schätte: Das Schwarz an den Händen meines Vaters Motte wird sie von ihrem Vater genannt. Eigentlich hat sie sogar zwei Väter: den einen, der schnell rennen kann und sich auf alle Fragen eine Antwort ausdenkt. Und den anderen,… Angelika Klüssendorf: Trost 2022. Angelika Klüssendorf erzählt von Liebe, Entzweiung und der Sehnsucht nach Zugehörigkeit. Rita, Meisterin darin, sich in die falschen Männer zu verlieben, fällt plötzlich… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen…