Siri Ranva Hjelm Jacobsen

Meeresbriefe

Cover: Meeresbriefe
März Verlag, Berlin 2026
ISBN 9783755000648
Gebunden, 64 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Aus dem Dänischen von Franziska Hüther. Mit Illustrationen von Dorte Naomi. Zu Beginn war unser Planet von einer einzigen, glücklichen Wasserfläche bedeckt, doch dann brach die Erde in viele Teile auseinander. Übrig blieben die Schwestern, die wir heute "Meere" oder "Ozeane" nennen. Seitdem verschwören sich diese Schwestern, voneinander getrennt durch das Land, aber auch durch ihre jeweilige Sensibilität und ihren Charakter, und hecken einen geheimen Plan aus: alles zu überfluten, um zu einer lange verlorenen Einheit zurückzufinden.Den Briefwechsel zweier dieser Schwestern, des Atlantik und des Mittelmeers, schenkt uns Siri Ranva Hjelm Jacobsen. Sie schreiben sich gegenseitig Briefe über das Universum, das Leben auf der Erde, den Klimawandel und das große Vorhaben der Meeresschwestern.Der international gefeierten Autorin Siri Ranva Hjelm Jacobsen gelingt es, für beide Meere eine eigene Sprache zu finden und erlaubt uns eine völlig neue Perspektive auf den Zusammenbruch des weltweiten Ökosystems.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 03.07.2026

Rezensentin Stephanie von Oppen liest mit "Meeresbriefe" den Briefwechsel zweier personifizierter Weltmeere und einen originellen, poetischen Roman mit einer "tiefernsten Botschaft": Die Botschaft von der drohenden, menschengemachten Katastrophe. Die Menschen: in der Sprache der beiden korrespondierenden Schwestern, dem Atlantik und dem sehr viel jüngeren Mittelmeer, heißen sie nur "Geziefer", lesen wir. Dieses Geziefer nimmt immer mehr Raum ein, beobachten die Schwestern, es neigt dazu, sich selbst zu überschätzen, wie schon Ikarus einst, für den sich vor allem die jüngere Schwester, das Mittelmeer, interessiert. Jacobsen kombiniert derlei mythologische Figuren und Motive leichthändig und angenehm "unerschrocken" mit geologischen Fakten und Anspielungen auf politische Konflikte der Gegenwart und jüngeren Vergangenheit. Zur Atmosphäre des Textes tragen auch die für Oppens Geschmack "etwas düsteren" zweifarbigen Illustrationen von Dorte Naomi bei. Doch auch wenn dem Geziefer der Untergang droht, die Schwestern haben einen Plan, ahnt die Rezensentin.