Aus dem Französischen und mit einem Nachwort von Ingeborg Waldinger. Ar-Men, der Leuchtturm, von dem hier erzählt wird, ist eine Legende: viele Kilometer vor der bretonischen Küste, so weit wie kein anderer, steht er einsam und stolz in den Fluten des Atlantiks, auf einem schmalen Felsen, der nur bei Ebbe aus dem Wasser ragt. Und auch dieses Buch und sein Autor sind legendär: 1959 heuert der Schriftsteller Jean-Pierre Abraham auf Ar-Men als Wärter an und bleibt mit wenigen Unterbrechungen bis 1962 auf seinem Posten in der "Hölle der Höllen", wie der Leuchtturm unter Seeleuten genannt wird. Die Aufzeichnungen, die er dabei niederschreibt, erscheinen 1967 als Buch, das Buch macht ihn berühmt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 29.05.2024
Rezensent Peter Urban-Halle ist glücklich, dass Jean-Pierre Abrahams in den 1960er Jahren verfasstes und 2010 erstmals auf Deutsch erschienenes Leuchtturm-Journal erneut herausgegeben wurde. Umso schöner, dass eine kenntnisreiche Einführung sowie ein Nachwort der Übersetzerin Ingeborg Waldinger vorliegt, fährt der Kritiker fort. Und so lässt er sich von Abraham, der im Leuchtturm Ar-Men vor der bretonischen Küste arbeitete, mit in die "unbedingte Einsamkeit" nehmen, erfährt, wie man die "pure Existenz" erreicht und und sich das Einsiedlerdasein bewahrt, selbst wenn ein Kollege dabei ist. Nicht zuletzt erfährt Urban-Halle hier einiges über den Bau des Turms, der vierzehn Jahre andauerte und wahre "Knochenarbeit" bedeutet haben muss.
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