ca. 400 Duotonabbildungen. Frauenbilder, Frauenbildnisse und Frauenwerke stehen im Zentrum des Lebenswerkes des Bildhauers Martin Mayer. Er hat die Bildhauerei - sein bevorzugtes Material ist Bronze - immer als eine Kunst der menschlichen Gestalt verstanden. Sein Augenmerk richtete sich von Anfang an auf Lebensäußerungen, Haltungen und Gestik im Raum. Wie konsequent dieses Verständnis der Bildhauerei in seinem Schaffen umgesetzt wird, zeigt der vorliegende Band. Neben den plastischen Arbeiten werden auch Studien und Arbeiten auf Papier, Fotografien des Künstlers sowie von Herbert List präsentiert. Gerade die Zeichnungen dokumentieren die Einheit seines Oeuvres, denn sie sind nicht nur als vorbereitende Studien zu den plastischen Arbeiten zu sehen, sondern paraphrasieren oft eine bildliche Idee in zahlreichen Variationen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 29.06.2002
Zwei Stadien von Martin Mayers Frauenfiguren stellt dieser Bildband aus: die Bleistiftzeichnungen zum einen, die Bronzegüsse zum anderen. Anschaulich beschreibt der Rezensent (Kürzel nibl.) die "harten, dicken Striche" und die "groben Schraffuren" der Bleistiftzeichnungen, den Übergang in den dreidimensionalen Raum, vom Gips zur Bronze und denkt dabei an "die bildstarken Beschreibungen Nabokovs". Die Figuren selbst erinnern, wenn man liest, was der Rezensent schreibt, eher an Rubens: "voluminöse" Körper, Bronze von Gewicht. Dennoch behalten oder bekommen sie, im zur Seite gewandten Blick, eine gewisse Schwerelosigkeit. Davon ist der Rezensent ohne Frage sehr angetan.
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