Klappentext
Zum 80. Geburtstag des Nachrichtenmagazins DER SPIEGEL erscheint die große Biografie seines Gründers Rudolf Augstein, recherchiert aus bisher unbekannten Archivquellen. Zwei ehemalige SPIEGEL-Journalisten Martin Doerry und Hauke Janssen zeichnen ein kritisches Porträt ihres früheren Chefs. Er gründete den SPIEGEL und war der wohl einflussreichste deutsche Publizist des 20. Jahrhunderts: Rudolf Augstein (1923-2002) kämpfte gegen den Muff der Adenauer-Jahre, gegen Klerikalismus und Korruption und galt seit der SPIEGEL-Affäre als Ikone der Pressefreiheit. Doch vor seinen großen Erfolgen als Journalist und Verleger, so zeigen die Autoren Martin Doerry und Hauke Janssen, hatte er einen weiten Weg zurückgelegt, vom Jung-Redakteur einer nationalsozialistischen Zeitung und traumatisierten Kriegsheimkehrer bis zum überzeugten Liberalen und streitbaren Anwalt der Demokratie. Augstein war ein von Ehrgeiz und Machtwillen Getriebener, der hartnäckig für seine Ziele focht - für den politischen Einfluss seines Magazins und seine eigenen Ambitionen mit der FDP und, vor allem, für einen selbstbewussten Auftritt des wiedervereinigten Deutschlands unter den Völkern Europas.
BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (Info)
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 25.09.2026
Der hier rezensierende ehemalige Spiegel-Autor Reinhard Mohr liest die Augstein-Biografie des langjährigen stellvertretenden Spiegel-Chefredakteurs Martin Doerry und des Dokumentars Hauke Janssen mit Lust. Der Zugriff auf das gesamte Augstein-Archiv sorgt laut Mohr für nie gesehene Gründlichkeit und Detailtreue. Mitunter sind die dargestellten historischen Umstände überwältigend, so Mohr. Bemerkenswert findet Mohr den sachlichen Stil des Buches, das über Augsteins Lese- und Alkoholsucht genauso berichtet wie über seine Faszination für Hitler und die Übergriffigkeit bei jungen Spiegel-Mitarbeiterinnen. Für bereits Bekanntes halten die Autoren Ergänzungen bereit, Augstein schildern sie mit allen Stärken und Schwächen und Widersprüchen, ohne ein verkürzendes Resumée, lobt Mohr.
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