Die kleine Henrietta hat Pina - ihre Lieblingspuppe - verloren und der Kummer ist groß. Alles Suchen hilft nichts und Henrietta glaubt, die Mülltonnen haben die Puppe gefressen. Bis Franz, der Hausmeister, einen Brief im Gebüsch findet: "Ich bin nicht gefressen, nur verreist! Deine Puppe." Von diesem Tage an erhält Henriette Post - aber seit wann schreiben Puppen eigentlich Briefe?
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 15.10.2003
Bisher war Martin Baltscheit ein Grafiker, der sich zu seinen Bildern eigene Texte ausdachte, charakterisiert ihn Hans Ten Doornkaat. Nun verhält es sich einmal umgekehrt: Baltscheit hat sich eine Geschichte ausgedacht, zu der die Zeichnerin Tatjana Hauptmann die Illustrationen gezeichnet hat. Um es gleich zu sagen: die Bilder gefallen Ten Doornkaat überhaupt nicht, er findet sie süßlich. Auf den ersten Blick erweckt das Buch darum den Eindruck, man befinde sich im Bullerbü- oder Preußler-Land, kritisiert der Rezensent. Dabei biete die Geschichte mehr: da verliert ein Kind nicht nur einfach seine Puppe und erhält Hilfe von freundlichen Nachbarn, die ihr Puppen-Briefe schreiben, erklärt Ten Doornkaat. Da gebe es auch einen Vater, der sich aus dem Staub gemacht habe, und eigentlich viel zu viele freundliche Erwachsene, die dem Mädchen Hilfe aufdrängten. Gerade das gefällt Ten Doornkaat an Baltscheits Geschichte, dass sie tiefsinniger ist als sie zunächst scheint und sich nicht sofort als "Problembuch" zu erkennen gibt. Die Zeichnungen allerdings weisen in die falsche Richtung, warnt er.
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