Mit nur vierzehn Jahren kam der orientalische Knabenpriester aus Syrien im Jahr 218 an die Macht. Er stellte den gleichnamigen Sonnengott Elagabal an die Spitze des etablierten römischen Pantheons, beschäftigte sich mit orgienhaften Ritualen, nahm sich männliche und weibliche Geliebte und soll sich in Kneipen und sogar im Kaiserpalast prostituiert haben. Seit seiner Ermordung durch die Prätorianergarde faszinierte Elagabal Historiker und inspirierte Künstler und Schriftsteller. Martijn Icks geht mit seiner Studie weit über die klassische Kaiserbiografie hinaus, indem er das Wesen religiöser Anschauungen, Kultur und Ethnizität, die Präsentation des kaiserlichen Bildes und die Reaktion darauf einbezieht.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 17.10.2014
Der Historiker Martjin Icks hat sich eines der faszinierendsten römischen Herrscher angenommen, berichtet Burkhard Müller. Elagabal regierte von 218 bis 222, war Priester des gleichnamigen syrischen Sonnengottes, soll Frauenkleidung getragen haben, diverse Raubkatzen und Giftschlangen auf sein Volk wie auf seine eigenen Gäste losgelassen haben, nackt auf einem Wagen durch Rom gefahren sein, der von nackten Frauen gezogen wurde, sich eine Vagina geschnitten und seinen persönlichen Selbstmord-Turm errichtet haben, fasst der Rezensent zusammen. Da ist es eigentlich schade, dass Icks herausgefunden hat, dass kaum eine dieser Eigenheiten wahr ist, findet Müller. Elagabal war "sozusagen nur normalgrausam" und trug eigenwillige Kleidung, alles weitere entstammt der Fantasie feindseliger Autoren, erklärt der Rezensent. Angesichts von Elagabals andauernder Beliebtheit als literarisches Vorbild haben die Übelgesinnten ihm im Nachhinein eigentlich einen Dienst erwiesen, meint Müller.
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