Herausgegeben von Manfred Clauss. Bereits in jungen Jahren wird Nero (37 - 68 n. Chr.), auch dank der Intrigen seiner Mutter, zum Kaiser des Römischen Reiches. 14 Regierungsjahre werden folgen, in denen er einen Spagat zwischen Regierungsarbeit und Kunst versucht. Bis heute ist er eine der sowohl bekanntesten als auch markantesten Herrscherfiguren der Antike. Holger Sonnabend untersucht die unumstößlichen Fakten, wie die Stationen seiner Herrschaft, auf dem neuesten Stand der Forschung. Ebenso untersucht er zahlreiche Einzelaspekte. Der Politiker findet dabei ebenso Beachtung wie der Künstler. Abgerundet wird dieses vielfältige Bild des Kaisers durch die Frage, wie er zu dem wurde, was wir heute zu wissen glauben. Denn Nero war mehr als der verrückte Tyrann, als den ihn die antiken Autoren gerne darstellen. Er war eine faszinierende Figur in einer spannenden Phase der römischen Geschichte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.04.2016
Uwe Walter liest Holger Sonnabends Nero-Biografie mit Genuss. Auch wenn oder gerade weil der Autor ihm keine voyeuristischen Häppchen anbietet, sondern althistorisch "herrschaftssoziologisch", die systemimmanenten kommunikativen Bedingungen des Römischen Reiches beachtend, wie Walter feststellt. Dass Nero durch das System überfordert war, weder verrückt noch politikmüde, in dieser These mag Walter dem Autor folgen. Ebenso darin, dass der Kaiser die Forderung nach Repräsentation auf die Spitze trieb. Etwas genauer und zwingender hätte Sonnabend hier fragen sollen, findet der Rezensent. Und auch wenn der Autor dankenswerterweise das Psychologisieren lässt, zur letzten Befriedigung des Rezensenten reicht der von Sonnabend gewählte "systemfunktionalistische" Ansatz nicht aus.
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