Der Autor analysiert erstmals im Zusammenhang Inhalt und Funktionen dieser Geschichtsschreibung aus dem Geist des preußischen Generalstabs bis zum Abschluss des Hauptwerkes, den erst 1956 das Bundesarchiv vollzog.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 14.11.2002
Als "großes Verdienst" bezeichnet Rezensent Michael Epkenhans diese Schilderung der dunklen Seiten des ehemaligen Reichsarchivs auf der Grundlage "lange verschollen geglaubter Akten", das durch seine Politik die Erosion der ersten deutschen Republik maßgeblich beigetragen habe. Pöhlmann könne nachweisen, dass diese Institution schon von seinen Entstehungsbedingungen her eine besondere Einrichtung gewesen sei: "nämlich eine verschleierte Fortführung der Kriegsgeschichtlichen Abteilung des preußischen Generalstabs", der aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags eigentlich hätte aufgelöst werden müssen. Mit großer Hartnäckigkeit hätten fast ausschließlich ehemalige Militärs, und nicht etwa zivile Archivare oder Historiker, die Deutungshoheit über die Weltkriegsgeschichte und den Zugang zu den Quellen verteidigt. Auch sonst habe, wie die vorliegende Studie belege, das Reichsarchiv versucht, mit verschiedenen Publikationen dem alten System ein Denkmal zu setzten, statt durch kritische Auseinandersetzung die Fundamente der Weimarer Republik zu stärken. 1933 sei das Archiv von wenigen zivilen Mitarbeitern gänzlich gesäubert worden. Auch das Bundesarchiv habe als Nachfolgeinstitution lange mit der Veröffentlichung geheimer Bände des Weltkriegswerkes gezögert, unterstütze aber inzwischen, wie wir lesen, "tatkräftig" und "mit großem Erfolg" neue Formen der Militärgeschichtsschreibung.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.08.2002
Michael Salewski ist beeindruckt von dem Buch, das sich mit der offiziellen Militärgeschichtsschreibung nach dem Ersten Weltkrieg beschäftigt. Er preist den Autor für seine subtile und gedankenreiche Studie", deren "bemerkenswerte Resultate" er würdigt. Besonders interessant findet der Rezensent nämlich, dass die amtliche Geschichtsschreibung des "Reichsarchivs" es sich zunächst durchaus nicht leicht machte und sich um eine "dialektische" Sichtweise der Kriegsgeschichte bemühte, wie der Autor zeigen kann. Dass die militärische Geschichtsschreibung später zu einer "seltsam eindimensional wirkenden 'Operationsgeschichte'" geworden ist, demonstriere der Autor eindrücklich. Klar wird auch, dass die Kriegsgeschichtsschreibung am Ende vor allem dem Zweck diente, das Volk auf den nächsten Krieg vorzubereiten, lobt der Rezensent.
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