Mark Spoerer

C&A

Ein Familienunternehmen in Deutschland, den Niederlanden und Großbritannien
Cover: C&A
C. H. Beck Verlag, München 2016
ISBN 9783406698248
Gebunden, 480 Seiten, 34,95 EUR

Klappentext

Die Geschichte von C&A steht paradigmatisch für die Ökonomisierung und Rationalisierung der Herstellung und des Verkaufes von Kleidung seit Ende des 19. Jahrhunderts. Mark Spoerer beschreibt die wechselvolle Geschichte des Familienunternehmens vom Start in Deutschland bis in die Jahre des Wirtschaftswunders. Dabei untersucht er auch, wie sich die Tradition der Familie Brenninkmeijer, den Unternehmernachwuchs nur aus den eigenen Reihen zu rekrutieren, auf die Unternehmensstrategie auswirkte. Ursprünglich aus dem westfälischen Wanderhandel kommend, begannen die Brüder Clemens und August Brenninkmeijer 1841, ein Unternehmen in den Niederlanden aufzubauen, das 1911 nach Deutschland und 1922 nach Großbritannien expandierte. Trotz der Schwierigkeiten, die die Brenninkmeijers als Ausländer, Kapitalisten und Katholiken im Dritten Reich hatten, nutzten sie die geschäftlichen Chancen, die das Regime Unternehmen bot, etwa bei der "Arisierung" von Immobilien. Nach 1945 verzeichnete das Unternehmen in der beginnenden Konsumgesellschaft ein stürmisches Wachstum und entwickelte sich zu einer der größten europäischen Modeketten.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 04.10.2016

Tim Schanetzky schätzt an Mark Spoerers Geschichte der deutsch-niederländischen Handelskette C&A den Blick auf gleich drei Standorte: Deutschland, Großbritannien und die Niederlande. Dass der Autor gleichwohl auf "Modevokabeln" wie "global" verzichtet, gefällt Schanetzky. Ebenso der Umstand, dass der Historiker das ruppige Geschäftsgebaren der Firma nicht verschweigt, die erzkatholische Lebensführung der Inhaber, ihre Steuervermeidungstaktik, ihre Anbiederung an das NS-Regime und ihre Vorteilnahmen durch "Arisierung" und Zwangsarbeit. Die Bedeutung nationalstaatlicher Regulierungen und Prägungen für das Unternehmen wird für Schanetzky deutlich. Dass der Autor das Unternehmen ins Zentrum seines Buches stellt und die Akteure bis auf wenige Ausnahmen eher ausblendet, findet der Rezensent allerdings schade.
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