Anhand der Familien Haniel in Deutschland, Falck in Italien und Wendel in Frankreich, deren Schicksale oft miteinander verbunden waren, gibt Harold James einen Einblick in die Rolle von Familienstrukturen als prägende Kraft der europäischen Geschichte. Der Autor analysiert, wie auf die Gründungsväter der klassischen, auf die Stahlproduktion konzentrierte Industrieproduktion diejenigen Generationen folgten, die sich auf die Technologien des Informationszeitalters konzentrierten. Das Buch zeigt die Ursprünge und Entwicklungen derjenigen Besonderheiten auf, die zu einem spezifisch kontinentaleuropäischen Typus von Kapitalismus führten, der vom anglo-amerikanischen Modell unterschieden werden muss.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.02.2006
Überwiegend positiv äußert sich Rezensent Andreas Platthaus über Harold James? vergleichende Studie zu drei europäischen Stahlunternehmen, die alle durch lange Familientraditionen geprägt worden sind: Wendel in Frankreich, Haniel in Deutschland und Falck in Italien. Er betrachtet das Buch im Kontext des aktuellen Übernahmestreits um den in Luxemburg angesiedelten Stahlkonzern Arcelor, den Mittal Steel, ein indisches Familienunternehmen, übernehmen will. Die Frage, ob es im Zeitalter eines globalisierten Wirtschaftsverkehrs noch Rechtfertigungen für familiengeführte Unternehmen geben kann, sieht Platthaus auch in vorliegender Studie an zentraler Stelle. James? bejahende Antwort auf diese Frage erscheint ihm überzeugend. Als extrem spannend empfindet er die auf Quellen aus den Familien und Firmenarchiven beruhende Darstellung der Industriellenfamilien Haniel, Wendel und Falck vom 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Zu kritisieren gibt es allerdings auch etwas: So moniert Platthaus zahlreiche Faktenwiederholungen und einige "dumme Fehler", die er indes weniger dem Autor als dem zu wenig sorgsamen Lektorat anlastet.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.01.2006
Gelungen findet Rezensent Rainer Hank diese Studie über die Geschichte dreier Familienunternehmen in Europa, die der Wirtschaftshistoriker Harold James vorgelegt hat. In vergleichender Ansicht untersuche der Autor die Unternehmen Haniel (Deutschland), Wendel (Frankreich) und Falck (Italien), die bis heute als Familienunternehmen existieren. Dabei widerlege James die Einschätzung des Unternehmenshistorikers Alfred Chandler, Familienherrschaft sei auf Dauer nicht effizient. Hank lobt das Buch als reich an historischen Details. Er hebt hervor, dass die Studie zugleich eine kurze Theorie des Kapitalismus bietet, wonach die kapitalistische Wirtschaftsordnung durch das Band der Familie zusammengehalten wird.
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