Marina Zwetajewa

"Ich sehe alles auf meine Art"

Ausgewählte Werke. Band 3: Unveröffentlichte Notizbücher
Cover: "Ich sehe alles auf meine Art"
Suhrkamp Verlag, Berlin 2022
ISBN 9783518430934
Gebunden, 624 Seiten, 44,00 EUR

Klappentext

Marina Zwetajewa, neben Anna Achmatowa die wichtigste russische Dichterin der Moderne, hat ein umfangreiches Werk - Gedichte, Prosa, Essays und Erinnerungen - hinterlassen. Von den oft widrigen Bedingungen, denen sie dieses Oeuvre abgetrotzt hat, zeugen ihre "Unveröffentlichten Notizhefte", ihre Tagebücher, die nun in einer Auswahl erstmals auf Deutsch vorliegen. Die Aufzeichnungen setzen 1913 ein und führen bis ins Jahr 1939, das Jahr, in dem Zwetajewa mit ihrem Sohn Georgi aus dem Exil nach Sowjetrussland zurückkehrt. In Tagebucheinträgen, aber auch Gedichten, Briefentwürfen, apodiktischen Aphorismen und lebenssatten Dialogen dokumentiert und reflektiert Zwetajewa ihr Leben inmitten der großen Krisen der Zeit. Besonders intensiv sind die Aufzeichnungen aus den Jahren von Revolution und Bürgerkrieg, die von großen Entbehrungen, Sorgen und Verlust geprägt waren.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 17.01.2023

Rezensent Nico Bleutge hält die Notizbücher von Marina Zwetajewa für einen wichtigen Bestandteil des Werkes der Dichterin. Entsprechend erfreut zeigt er sich über diese Auswahl und Übersetzung von Ilma Rakusa. Die teilweise erstmals auf Deutsch lesbaren Aufzeichnungen der Jahre 1913-32, Träume, Briefe, Erinnerungen, Lektüren, Alltagsbeschreibungen und Gedanken über das Schreiben beschenken Bleutge u.a. mit "wahrnehmungsgenauen", nüchternen Reflexionen der Autorin aus der Kriegszeit. Letztere scheinen ihm besonders lesenswert, da sie die existenzielle Not bezeugen, aber auch den Glauben Zwetajewas an die Dichtung.