Margriet de Moor

Der Maler und das Mädchen

Roman
Cover: Der Maler und das Mädchen
Carl Hanser Verlag, München 2011
ISBN 9783446236387
Gebunden, 299 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Aus dem Niederländischen von Helga van Beuningen. Warum erschlug die achtzehnjährige Elsje, gerade erst nach Amsterdam gekommen, ihr Zimmermädchen mit einem Beil? Und was veranlasste den Maler Rembrandt, dessen Name nicht genannt wird, sich zu dem Leichnam zu begeben und ihn mit wenigen Strichen für immer festzuhalten? Margriet de Moor schreibt einen großen Roman über die Malerei, die Liebe und den Tod im Amsterdam des 17. Jahrhunderts. Wie eine Malerin wechselt sie in diesem Krimi zwischen Hell und Dunkel und verschränkt die gegensätzlichen Geschichten zu einer spannenden, ergreifenden Erzählung.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.06.2011

Margriet de Moors historischer Roman um ein Mädchen, das seine Zimmerwirtin erschlug und nach seiner Hinrichtung von Rembrandt in zwei Zeichnungen festgehalten wurde, hat Ulrich Baron nicht recht überzeugt. Für den mit der Epoche nicht so vertrauten Leser bietet der Roman zwar einige anschauliche Einblicke, gibt der Rezensent zu. Stören tun ihn allerdings die für das 17. Jahrhundert anachronistischen Einfälle, Vergleiche und Formulierungen, auch wenn er sich zumindest vorstellen kann, dass die Autorin sie als "Verfremdungen" bewusst platziert hat. Verwunderlich scheint es Baron dagegen, dass de Moor bei der Figur des Mädchens, über die die Forschung nicht viel weiß, ihre schriftstellerische Fantasie nicht stärker hat spielen lassen. Wenn die Autorin Rembrandt eine Affäre mit der 18-Jährigen andichtet, findet er das wiederum wenig plausibel, und de Moors Betonung, das Mädchen sei durch die versuchte Nötigung zur Prostitution von ihrer Vermieterin zur Tat getrieben worden, tut er als "'gefühltes' Argument" ab. Immerhin, wenn die Autorin auf die Zeichnungen zu sprechen kommt, würdigt Baron das als gelungene Hommage an das Maler-Genie Rembrandts.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 26.02.2011

Das Leben, aber nicht nach dem Leben - genauer gesagt: dem Leben vor Ort - hat Rembrandt als Atelier-Künstler gemalt. Mit einer Ausnahme allerdings, so rekonstruiert das Margriet de Moor in ihrem historischen Roman. Obwohl sie den Namen Rembrandts darin nicht nennt, geht es um ein genau datierbares Ereignis: am 3. Mai 1664 wird eine Dienstmagd wegen gestandenen Mordes öffentlich durch Erdrosselung hingerichtet. Auf diesem vor seiner Haustür geschehenden, von seinem Sohn persönlich beobachteten Vorfall beruht, so de Moor, das Gemälde "Elsje Christiaens hanging on a Gibbet?, das heute im New Yorker Metropolitan Museum hängt. Die Geschichte der Magd wird im Roman erzählt, bis hin zu jenem Punkt, an dem ein im anderen Fall längst vergessenes Leben im Moment seines Todes auf den Künstler trifft, der es für die Ewigkeit festhält. In kluger und den Rezensenten Martin Lüdke sehr überzeugender Weise macht die Autorin daraus eine Reflexion über das Verhältnis von Kunst und von Leben; über die Sinngebung des Lebens, genauer gesagt, durch die Kunst. In drei Worten: "ein großer Künstlerroman?.
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