Herausgegeben von Rainer Stamm. Seit seiner Begegnung mit Paula Becker, Clara Westhoff und den Malern der Künstlerkolonie in Worpswede setzt Rainer Maria Rilke sich immer wieder intensiv mit Malerei auseinander. Auf seinen Reisen hält er fortan seine Begegnungen mit Kunstwerken aus allen Epochen in kongenialen Bildbetrachtungen fest und berichtet in Tagebuchaufzeichnungen und Briefen von seinen Entdeckungen und Seherlebnissen. Erstmals werden in diesem Band Rilkes faszinierende Bildbeschreibungen den Werken von Rembrandt, El Greco, Goya, Böcklin, van Gogh, Picasso u. a. gegenübergestellt, die Rilke auf seinen Reisen gesehen und in seine präzise Sprache übersetzt hat.
Rezensent Stefan Koldehoff ist einfach hingerissen von diesen Miniaturen, in denen Rainer Maria Rilke, ein "aktiver" Beobachter der Kunstwelt, seine Bildbetrachtungen festhielt. Keine schwärmerische Prosa findet man hier, so Koldehoff, vielmehr sieht man dem Dichter dabei zu, wie er die angemessene Sprache findet, die Bilder in ihrer Wesenheit erfasst. Kostprobe zu Monet: "Oh, das Tischtuch, die Schatten[,] die Litcher, die Tassen, die Früchte: die Rose. Vor allem sie. Des spielenden Knapen Stille." Herausgeber Peter Stamm hat fabelhafte Arbeit geleistet, als er diese Kurztexte, die gar nicht zur Veröffentlichung gedacht waren, zusammentrug, lobt der Rezensent. Und sie im Buch neben die farbigen Abbildugnen der besprochenen Gemälde zu stellen, findet er so ansprechend, dass er sich ebendies auch im Museum wünschen würde.
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