Margret Boveri

Amerikafibel für erwachsene Deutsche

Ein Versuch, Unverstandes zu erklären
Cover: Amerikafibel für erwachsene Deutsche
Landtverlag, Berlin 2006
ISBN 9783938844038
Gebunden, 268 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

Mit einer Einleitung von Heike B. Görtemaker (2006), einer Rezension von Theodor Heuss (1946) und Fotografien von Margret Boveri. Neuausgabe der vielbeachteten Streitschrift aus dem Jahre 1946 über die historischen Hintergründe der amerikanischen Besatzungspolitik ("Ein Versuch, Unverstandenes zu erklären"). Mit unveröffentlichten Fotos, die Margret Boveri eigenhändig 1940/41 in den USA aufnahm und mit der Rezension, die der spätere erste Bundespräsident Theodor Heuss in der Rhein-Neckar-Zeitung veröffentlichte.
Margret Boveri stellt zwei Elemente der amerikanischen Besatzungspolitik, die hohe Wertschätzung für die Emigration und die Umerziehung, in den Mittelpunkt ihrer Betrachtungen und zeigt, dass beide nur aus der Entstehung der Vereinigten Staaten heraus zu begreifen sind. Boveri erkennt den Hauptschuldvorwurf der Amerikaner darin, dass die Deutschen nicht massenhaft zu "Pilgern" geworden seien, und sieht in der Umerziehung ursprünglich einen notwendig rigiden inneramerikanischen Assimilationsprozess, der die Schaffung eines neuen Menschentyps, ja eines neuen Volkes, überhaupt erst möglich gemacht habe.
Margret Boveri gab mit dieser Schrift jenem Deutschland eine repräsentative Stimme, das ihrer Meinung nach unbeschadet aus dem Nationalsozialismus hervorgegangen war, das Entnazifizierung und Reeducation als unnötig und als Affront empfand. Nachträglich mutet es einigermaßen erstaunlich an, dass das Buch mit seinem Appell an die Verantwortung für das eigene Erbe im Sinne Rilkes die alliierte Zensur passieren konnte. Bis Juli 1947 waren mindestens 40.000 Exemplare verkauft. Ernst Jünger bedankte sich bei Margret Boveri für die "höchst intelligente Schilderung der Vereinigten Staaten und ihrer Bewohner". Während die amerikanische bzw. die von der amerikanischen Militärregierung herausgegebene Presse unterschiedlich auf das Buch reagierte, war die Reaktion der amerkanischen Regierung eindeutig: Margret Boveri erhielt fünf Jahre lang kein Visum für die Vereinigten Staaten.