Marcus Hernig

Chinas Bauch

Warum der Westen weniger denken muss, um den Osten besser zu verstehen
Cover: Chinas Bauch
Edition Körber-Stiftung, Hamburg 2015
ISBN 9783896841667
Gebunden, 230 Seiten, 19,00 EUR

Klappentext

Siebenmal Fühlen ist besser als hundertmal Denken, weiß man in China. Während im Westen der Kopf regieren will, entscheidet im Osten weit freimütiger der Bauch. Freude, Wut, Trauer, Angst, Liebe, Hass und Begehren: In China bilden diese sieben Grundgefühle die sozial akzeptierte Grundlage des menschlichen Verhaltens. In 14 Episoden und ungewöhnlichen Begegnungen spürt der Journalist und Asienkenner Marcus Hernig dem Fühlen der Menschen nach. Nichts entgeht dem genauen Beobachter. Ungeschönt, aber voller Humor und mit großer Empathie erzählt er von ihrem Miteinander, ihrem Glück, ihrem Leid. Schnell wähnt sich hier der Leser in ihrer Mitte.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.06.2015

Analysen der chinesischen Gesellschaft und der Eigenheiten ihrer Mitglieder gibt es zuhauf, weiß Mark Siemons, aber meistens entwerfen sie ein sehr abstraktes Bild, das noch dazu den Erfahrungen von Chinareisenden selten entspricht, so der Rezensent. Genau deshalb findet Siemons "Chinas Bauch" von Marcus Hernig eine erfrischende Abwechslung, denn der Autor ersetze die analytische Distanz durch empathische Nähe. Entlang der Gefühle Freude, Wut, Trauer, Angst, Liebe, Hass und Gier aus Konfuzius' "Buch der Riten" erzählt Hernig zahlreiche wahre Geschichten, die sich dem "routinierten Impuls zur Ironie" verweigern und Einfühlung ermöglich, ohne jedoch Affirmation vorauszusetzen, lobt Siemons. Hin und wieder ordnet Hernig einzelne Affekte historisch oder sozial ein, um sie nachvollziehbar zu machen, und rückt dabei etwas zu nahe an die abstrakten Verallgemeinerungen, die er eigentlich meiden wollte, insgesamt ist das Buch aber eine wunderbare Ergänzung zu jenen Büchern, die sich ausschließlich dieser Dimension widmen, findet Siemons.
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