Ernst Mensen kann nicht stillsitzen, er muss laufen. Stunde um Stunde, Tag für Tag. Das macht den unehelichen Sohn einer norwegischen Bäuerin früh zum Außenseiter. Bis der sensible Lehrer Skulberg den Jungen fördert und ihm einen Platz an der Seekadettenschule in Kopenhagen verschafft. Eine Kiste mit den Hinterlassenschaften seines Vaters ist der einzige und stolz gehütete Besitz des Jungen. Darin: Ein Sextant und die geheimnisvolle Karte von den Quellen des Nils, auf deren Suche der Vater verschollen ist. Bald macht sich Ernst Mensen einen Namen als schnellster Läufer im nachnapoleonischen Europa. Er durchquert den Kontinent, wird durch seinen phänomenalen Lauf von Paris nach Moskau weltberühmt und stellt seine Talente in den Dienst von Königen und Revolutionären. Doch bleibt sein Leben geprägt von der unstillbaren Sehnsucht nach dem einen Ort auf der Welt, der ihm endlich Ruhe bringt. In Afrika glaubt er ihn schließlich zu finden und erlebt dort das Wunder der Stille.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 27.08.2005
Es kann funktionieren, eine wahre Geschichte zu fiktionalisieren, es kann aber auch danebengehen, meint Herbert Bauch. Und im Fall von Marc Buhls Roman über den Langstreckenläufer Mensen Ernst überzeugt ihn das Ergebnis nicht so recht. Es gebe eine Biografie von Gustav Rieck von 1837, die Ernsts Läufe über die Kontinente und durch die Historie nachzeichnet und die trotz einiger Mängel eine perfekte Vorlage gewesen wäre, doch leider ignoriere Buhl sie völlig. Stattdessen lasse der Autor seinem Helden im Laufe aller ihm angedichteten Ereignisse kaum Raum zur Entwicklung. Einzig am Ende träfen sich Fiktion und Realität - im Tod an der Quelle des Nils. Leider ist der Rezensent so in seiner inhaltlichen Kritik gefangen, dass er es vollständig unterlässt, seinem Leser Informationen über Sprache oder Stil zukommen zu lassen.
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