Der Schriftsteller als Marathonläufer - in 42,195 Kapiteln. Was ist das, was uns seit Jahren an- und umtreibt, das uns regelmäßig hinaustreibt aus der Geborgenheit unserer Behausungen. Was geht in uns vor, wenn wir laufen, was denken wir dabei und danach und darüber? Und was sagt das womöglich über uns aus und die Gesellschaft, in der wir leben? Matthias Politycki betrachtet einen Sport, der viel mehr ist als eine Freizeitbeschäftigung. In einer globalisierten Welt ist das Laufen zum Minimalkonsens der neuen Weltgemeinschaft geworden. Für ihn selbst ist sein Leben und Schreiben ohne Laufen längst nicht mehr denkbar. In 42,195 Kapiteln denkt Politycki über das Laufen nach und erzählt aus dem eigenen Laufleben, welches mit seiner Schriftstellerexistenz verknüpft ist.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.05.2015
Martin Halter hat einen Meilenstein der Marathonliteratur anzupreisen. Dass Matthias Politycki seiner Passion in diesem Buch ohne große stilistische Pirouetten, bemühte Originalität und Läuferkauderwelsch huldigt, findet Halter super. Gut gelaunt, passioniert schon, aber nicht verbissen, meint er, schreibt Politycki in 45,195 Kapiteln über Laufschuhe, Schmerz, Doping, Pokale, Ekstasen und Zweifel, bringt Schnurren und phänomenologische Überlegungen zum Laufen und, so Halter, nimmt die Parallelisierung von Laufen und Schreiben zum Glück nicht allzu ernst.
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