Aus dem Amerikanischen von Teja Schwaner. Hunter S. Thompson erhält den Auftrag, über den Honolulu-Marathon zu berichten: für ihn in erster Linie ein bezahlter Urlaub. Doch wie immer bei Thompson entwickelt sich die Reise zu einem durchgeknallten Trip, in den neben dem Marathon-Wahnsinn auch Surfer, Orkane, ein Riesen-Marlin und natürlich der hawaiianische Gott Lono irgendwie verwickelt sind. Der König des Gonzo-Journalismus beweist einmal mehr seine Meisterschaft: ein halluzinogenes Vergnügen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.11.2011
Endlich ist eines der besten und tiefsinnigsten Bücher Hunter S. Thompsons auf Deutsch erschienen, freut sich Oliver Jungen. In dem bereits 1983 veröffentlichten Roman "Der Fluch des Lono" erkennt der Rezensent ganz den Autor wieder, der nicht nur als Journalismus-Genie galt, sondern auch als "Waffen-Drogen-Polit-Junkie" die Idee einer totalen Selbstbestimmung, von ihm selbst "Gonzo" genannt, verfolgte. Genau darum geht es zumindest in der Rahmenhandlung des Romans, berichtet der Kritiker. Er begleitet Thompsons Protagonisten, Redakteur einer Sportzeitschrift, auf eine groteske Reise nach Hawaii, wo jener im Drogenrausch die Berichterstattung über den Marathon von Honolulu dazu nutzt, die vorbeiziehenden Läufer brutal zu beleidigen, die er als typische Vertreter einer zum Scheitern verurteilten, auf "Mitmachgenügsamkeit" beruhenden Gesellschaft ansieht. Wenn der Protagonist im Gegenzug damit beginnt, aus Langeweile und Aggressivität Hunde zu überfahren und sich selbst zum Gott Lono erklärt, liest der Kritiker auch eine "ironische Selbstbespiegelung" des Autors, der sich selbst zum allmächtigen Gonzo-Gott stilisierte. Nicht zuletzt lobt Jungen die wunderbar "rotzige" Übersetzung von Teja Schwaner.
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