Seit der Antike hadern Priester, Richter, Philosophen, Künstler und Politiker mit der Unzugänglichkeit von Herzen, Seelen oder Gehirnen. Nur zu gerne hätten sie das Geheimnis aus der Welt geschafft! Manfred Schneider erzählt die Geschichte des Traums und Albtraums von der Transparenz in zehn Kapiteln. Sein Essay führt von Descartes Philosophentraum über die Französische Revolution, die Sozialutopien des 19. Jahrhunderts, die moderne Glasarchitektur, den Surrealismus, die russische Revolution bis zu Walter Benjamin und viele Autoren des 20. Jahrhunderts. Er reicht bis zu den intellektuellen und wissenschaftlichen Absurditäten unserer Tage, allen voran den mit Unsummen geförderten Neurosciences.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.11.2013
Das Opake ist halt stärker, resümiert Helmut Mayer den von Traumgesichten über Descartes und Rousseau und die Psychoanalyse bis zur Hirnforschung und zur Piratenpartei reichenden Parcours des Neugermanisten Manfred Schneider. Dass Schneider bei seiner Untersuchung literarischer und medizinischer Perspektiven auf die Vorstellung von der Transparenz des Körpers mitunter Verbindungen knüpft, die sich bei genauerem Hinsehen des Rezensenten als Wünsche des Autors im Sinne seiner Idee entpuppen, kann Mayer verkraften. Zumal ihm die Lust des Autors bei seiner "wortmächtig" vermittelten Verknüpfungsarbeit ansteckend zu sein scheint.
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