Gaston Bachelard

Imaginationen der Materie

Surrealismus und Nachkriegskunst
Cover: Imaginationen der Materie
Matthes und Seitz, Berlin 2026
ISBN 9783751852586
Gebunden, 292 Seiten, 38,00 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Hans-Jörg Rheinberger. Das vorliegende Buch präsentiert eine neue, bisher gänzlich verborgene Seite seines umfangreichen Werkes: seine Begegnung und seine Auseinandersetzung mit der surrealistischen Bewegung und der Pariser Kunstszene der Nachkriegszeit. Es enthält Bachelards sämtliche kleine Schriften zum Werk von Künstlern, die in Frankreich von den 1920er- bis in die 1960er-Jahre aktiv waren, in deutscher Übersetzung. Sie erscheinen hier zum ersten Mal in dieser Vollständigkeit. Eingeleitet wird die Sammlung von Hans-Jörg Rheinberger, der die Schriften Bachelards in den Kontext des Pariser Kunstlebens der ersten beiden Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg einordnet.Gaston Bachelards Schriften zur zeitgenössischen Kunst zeigen die Verbindungen, die zwischen seiner Auseinandersetzung mit den Wissenschaften seiner Zeit, ihrer Literatur und Poesie sowie ihren künstlerischen Äußerungen bestehen. Sie verleihen dem Werk des Philosophen seine Einheit, die sich am besten unter den Topos "Imaginationen der Materie" bringen lässt. 

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.06.2026

Keine Mühen hat Hans-Jörg Rheinberger, langjähriger Direktor des Berliner Max-Planck-Instituts für Wissenschaftsgeschichte, gescheut, um an Unveröffentlichtes von Gaston Bachelard zu gelangen, versichert Rezensent Maximilian Gillessen. Und Rheinberger fördert in seinem "vorzüglich" editierten und übersetzten Band dabei Erstaunliches zu Tage: Erstmalig kann man hier nachlesen, welche Rolle die bildenden Künste der Nachkriegszeit im Werk des Philosophen und Wissenschaftstheoretikers spielten. Der Autor hat dafür auch Broschüren, Faltblätter, Zeitungsartikel ausgewertet und kommentiert jeden Text in einem siebzig Seiten langen Vorwort, das auch nötig sei, stellt der Kritiker fest, denn neben prominenten Namen wie Claude Monet oder Marc Chagall geht es auch um viele unbekannte KünstlerInnen. Vielmehr als eine geschlossene Ästhetik habe Bachelard ein behutsames Umkreisen des Gegenstands angestrebt. In den so entstandenen "Elogen" erkennt der Kritiker die "Träumerei" als wiederkehrenden Begriff, ebenso wie die Faszination für die handwerkliche Seite der Kunst. Zuweilen finden sich auch kleine Banalitäten in den Texten, das kann die Begeisterung des Kritikers für die hier enthaltene "Philosophie des materiellen Imaginierens" aber nicht trüben.