Die meisten Vorgänge unseres Seelenlebens mögen unbewusst ablaufen. Aber nur wenn sie uns bewusst werden, scheinen sie uns wirklich anzugehen. Was aber macht psychische Ereignisse bewusst? Seit Aristoteles machen Philosophen einen eigentümlichen 'Selbstregistrierungs-Mechanismus' dafür verantwortlich. Über dessen Erklärung gehen ihre Ansichten allerdings weit auseinander. Es überwiegt bis heute die Meinung, Bewusstsein komme dadurch zustande, dass ein psychischer Akt höherer Stufe sich auf einen vorangehenden Akt niederer Stufe quasi zurückbeugt. Wie aber kann das sein, wenn der niederstufige nicht schon - 'präreflexiv', d. h.: 'aller Reflexion zuvor' - mit sich irgendwie vertraut war? Sollte alles Bewusstsein präreflexives Selbstbewusstsein voraussetzen? Dafür argumentiert Manfred Frank, gestützt auf die wenigen Texte, die in Neuzeit und Gegenwart eine solche Ansicht ermutigen. Dazu gehört der unlängst entwickelte 'Selbstrepräsentationalismus', an den gleichwohl kritische Fragen ergehen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 09.12.2015
Rezensentin Manuela Lenzen wird ganz schön gefordert von Manfred Frank. Der emeritierte Philosophieprofessor setzt ihr nicht nur die Meinungen kontinentaler wie angloamerikanischer Denker zum Thema Selbstbewusstsein auseinander. In den hier abgedruckten Hallenser Vorlesungen geht er über Anleihen bei Sartre, Fichte, Novalis u. a. auch dem Selbstrepräsentationalismus nach, erklärt Lenzen. Für sie glänzt der Autor dabei vor allem durch die Verknüpfung von Argumenten der klassischen deutschen und der neuesten analytischen Philosophie.
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